WIRTSCHAFT: Als was sich die Zuger Russen entpuppen

Immer mehr russische Firmen siedeln sich in Zug an. Nicht nur Rohstoffhändler. Auch dubiose Organisationen – sogar mit Moskaus Segen.

Wolfgang Holz
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Matroschka-Puppen an der Zugersee-Riviera. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Matroschka-Puppen an der Zugersee-Riviera. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Eine ominöse russische Organisation hat in Zug ihren Sitz: das Komitee der Unterstützung des Präsidenten der Russischen Föderation. Der Verein, der laut Handelsregistereintrag offensichtlich 2011 gegründet wurde, listet drei Namen im Vorstand auf – zwei davon sind eindeutig Russen: Präsidentin Andrej Adannikov und Vize-Präsidentin Oxana Dmitrievna Adannikova.

Beide wohnen in Moskau. Adannikova, Politologin und Stabschefin des Komitees, ist auf einem Bild im «kleinen Schwarzen» auf der russischen Internetseite sexy drapiert. Ansonsten ist dort viel Putin zu sehen – unterm russischen Doppeladler ist sogar dessen präsidiale Website aufgeführt.

Doch was will dieser Verein bloss in Zug? Sollen die Steueroase und die ansässigen russischen Firmen nun ganz offen politisch von Moskau aus infiltriert werden? Wirtschaftlich hat Putin seine Finger in Zug ja jetzt schon dick drin durch die örtlichen Niederlassungen der Rohstoff-Giganten Gazprom, North Stream und Ros UkrEnergo – allesamt Staatsfirmen mit enormem finanziellen Potenzial.

Die meisten Russen in Zug dürfen indes durchaus als unbeeinflusst vom Staate Putins betrachtet werden, wie Regula Spalinger versichert. Die Wirtschaftsfachfrau der Andelfinger Unternehmensberatungsfirma Kommunikation Ost-West ist eine Kennerin der russischen Geschäftsbeziehungen mit der Schweiz.