WIRTSCHAFT: Öl-Multi ziehts nach Zug

Der hiesige Rohstoffcluster könnte bald Zuwachs bekommen. Zuziehen will ein Milliardenkonzern aus Genf.

Ernst Meier
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Der Öl-Konzern will nach Zug ziehen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Öl-Konzern will nach Zug ziehen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Mercuria Energy Group zählt mit 98 Milliarden Franken Jahresumsatz zu den grössten Schweizer Firmen. So liegt das Unternehmen laut Zahlen von 2012 hinter den Rohstoffmultis Vitol, Glencore und Trafigura an vierter Stelle. Mercuria handelt hauptsächlich mit Erdölprodukten, aber auch mit Strom, Erdgas, Kohle und Emissionsrechten. Der Hauptsitz liegt an der renommierten Rue du Rhône in Genf – nur zwei Strassen vom Genferseebecken entfernt. Jetzt streckt Mercuria seine Fühler nach Zug aus, wie die Neue Zuger Zeitung erfahren hat. So wurde vor wenigen Monaten eine Arbeitsgruppe gebildet, welche für die Eröffnung eines Zuger Büros verantwortlich ist. Mindestens ein Mitarbeiter südamerikanischer Herkunft ist deshalb bereits in die Stadt Zug gezogen. Offiziell gibt man sich bei der Medienstelle von Mercuria in Genf dazu verschwiegen. Anfragen nimmt man nur schriftlich entgegen. Antworten erfolgen per E-Mail. «Wir erwägen ein Büro in Zug zu eröffnen», heisst es. «Sobald dieser Prozess weiter fortgeschritten ist, werden wir Sie informieren», verspricht der namenlose Absender aus der Kommunikationsabteilung.

Firma ist rasant gewachsen

In Genf ist Mercuria in den letzten zehn Jahren rasant gewachsen. Das Unternehmen wurde 2004 von den Rohstoffhändlern Marco Dunand und Daniel Jäggi gegründet. Mercuria beschäftigt heute über 1000 Angestellte in rund 50 Ländern, in Genf arbeiten gegen 200 Mitarbeiter. Weshalb der Rohstoffkonzern nun den Schritt nach Zug unternimmt, weiss man auch beim Branchenverband «Zug Commodity Association» nicht, wie dessen Präsident Martin Fasser auf Anfrage sagt. Fasser weist aber darauf hin, dass der Rohstoffhandel «grundsätzlich überall auf der Welt betrieben werden kann». Es brauche Fachwissen und moderne Kommunikationsmittel. «Die Branche ist deshalb sehr mobil», sagt er. Martin Fasser vermutet, dass man bei Mercuria aus Rekrutierungsgründen einen zweiten Schweizer Firmenstandort in Zug plant. «Es gibt Rohstoffhändler, die wollen aus persönlichen Gründen nicht in Genf arbeiten und ziehen einen Arbeitsplatz in Zug vor», erklärt Fasser.