Wirtschaftlich gehört Zug zum Grossraum Zürich

Zug weist in der Zentralschweiz seit längerem die höchste Arbeitslosenquote aus. Ein Grund dafür ist in der internationalen Ausrichtung zu finden – der Kanton ist nicht binnenwirtschaftlich geprägt.

Andrea Muff
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Die Arbeitslosenzahlen vom März zeigen es wieder, der Kanton Zug hatte von den Zentralschweizer Kantonen Luzern (1,8 Prozent), Schwyz (1,2 Prozent), Nidwalden (0,9 Prozent), Obwalden (0,8 Prozent) und Uri (1,2 Prozent) mit 2,1 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Damit liegt Zug unter dem Schweizer Durchschnitt von 2,5 Prozent. In der gesamten Schweiz hat die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat abgenommen, in Zug um 0,1 Prozentpunkte. Den vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco publizierten Zahlen ist weiter zu entnehmen, dass im März in Zug 1457 Arbeitslose gemeldet waren, 65 weniger als im Februar.

Dass der Kanton Zug in der Zentralschweiz die höchste Arbeitslosenquote aufweist, erklärt der Leiter des Zuger Amtes für Wirtschaft und Arbeit, Bernhard Neidhart, damit, dass die neun Kantone mit den tiefsten Werten – OW, NW, GR, AI, SZ, UR, GL, AR, LU (Reihenfolge nach aufsteigender Quote) – ländlich und stark binnenwirtschaftlich geprägt sind. Unter diesen befinden sich auch die fünf Innerschweizer Kantone. «Der Kanton Zug ist arbeitsmarktlich und wirtschaftlich Teil des städtisch geprägten Grossraums Zürich», sagt Bernhard Neidhart. Dies belegen die Pendlerzahlen. «So pendeln täglich je 12 000 Personen zwischen Zürich und Zug und umgekehrt. Nach Luzern hingegen pendeln nur 4000 Personen.» Den Weg von Luzern nach Zug nehmen hingegen 12 000 Personen auf sich.

Auf 125 000 Einwohner kommen über 110 000 Arbeitsplätze im Kanton Zug. «Über ein Drittel dieser Arbeitsplätze wird von Zupendlern bedient», so Neidhart weiter und präzisiert: «Das heisst, dass der Arbeitsmarkt im Kanton Zug sehr aufnahmefähig ist und damit nicht primär der Grund für eine leicht höhere Arbeitslosenquote sein kann.» So sei der Kanton Zug wirtschaftlich gesehen nicht primär mit der Innerschweiz zu vergleichen, sondern mit Zürich und umliegenden Kantonen.

Der Kanton Zug ist gemäss Neidhart wirtschaftlich gesehen der internationalste Standort der Schweiz. «Da die Exportwirtschaft eine viel höhere Wertschöpfung hat als die Binnenwirtschaft, schlägt sich dies auch in den höchsten Ausgleichszahlungen pro Kopf an den Bund und die anderen Kantone nieder.» So reagiere die Wirtschaft des Kantons Zug auch viel rascher auf internationale, konjunkturelle Schwankungen. Seit Juli 2018 besteht in der Schweiz für Firmen die Pflicht, offene Stelle in gewissen Branchen zu melden. Laut Neidhart melden die Firmen seit Beginn der Stellenmeldepflicht dreimal mehr offene Stellen als zuvor. «Die Prozesse sind etabliert und können trotz des gesetzlich vorgegebenen Zusatzaufwandes als effizient bezeichnet werden.»