Wirtschaftsbeilage 2021
Traditionsfirma V-Zug setzt im Norden der Stadt Zug auf Innovation

Die V-Zug entwickelt derzeit intensiv das Areal im Norden der Stadt weiter. Wichtig ist dem Unternehmen, einen modernen, nachhaltigen und innovativen Standort zu schaffen.

Vanessa Varisco
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Die Entwicklung auf dem Areal wird zügig vorangetrieben.

Die Entwicklung auf dem Areal wird zügig vorangetrieben.

Bild: Beat Suter (Zug, 4. Februar 2021)

Einen hohen Wiedererkennungswert hat sie; die gezackte Silhouette des neuen Produktionsgebäudes «Zephyr Hangar» der V-Zug auf dem Areal des sich entwickelnden Tech Cluster an der Industriestrasse. Vor allem aber haben die Metall Zug Gruppe wie auch die ­V-Zug, die im Kanton als Traditionsunternehmen verwurzelt sind, den eigenen Wirtschaftsstandort stetig weiterentwickelt.

Das Areal im Norden der Stadt Zug steht seit einigen Jahren im Umbruch, soll moderner und nachhaltiger werden – Platz für Innovation schaffen und den Wirtschaftsstandort weiterentwickeln. «Unter der Federführung der Metall Zug wurde das gesamte historische V-Zug Areal um die Industriestrasse in Zug in den letzten Jahren vollständig neu organisiert», erklärt Beat Weiss, CEO der Tech Cluster Zug AG und der Urban Assets Zug AG. Im Zusammenhang mit der Abspaltung und Verselbstständigung der V-Zug Gruppe von der Metall Zug Gruppe im Juni 2020 wurde das Gelände mit dem nördlichen Bereich der V-Zug Gruppe und dem bei der Metall Zug Gruppe verbleibenden südlichen und übrigen Areal in zwei Bereiche geteilt.

Zwei grosse Unternehmen siedeln sich auf dem Areal an

Ziel der Entwicklung ist zum einen die Verdichtung. Beat Weiss führt aus: «Bis 2026 sollen in einer ersten Phase insbesondere die Produktion und übrige Funktionen der V-Zug Gruppe am Stand­ort Zug auf weniger als der Hälfte der heutigen Landfläche in die Vertikale verdichtet und modernisiert werden. Auf den dadurch frei werdenden Flächen laufen aktuell zwei grosse Ansiedlungsprojekte.» Das heisst: Zwei grosse Firmen werden sich künftig auf dem Gebiet niederlassen.

Zum einen habe das Medizinaltechnikunternehmen SHL Medical von «den Vorzügen des industriellen Umfelds überzeugt werden können». Dafür werden von der Urban Assets Zug AG (Metall Zug Gruppe) im Süden des Clusters ungefähr 16000 Quadratmeter Nutzflächen für eine neue Produktion, Labore und Büroflächen gebaut. Ab 2025 mietet die SHL Medical für 400 neue Mitarbeitende entsprechende Gebäude für den neuen Firmensitz von SHL Medical in Zug.

Die zweite grosse Ansiedelung ­betrifft die VZ Depotbank, die ihren Hauptsitz ebenfalls in den Tech Cluster Zug verlegt. Beat Weiss beschreibt die Dimensionen der Projektentwicklung, welche dieses Jahr startete: «Hin­ter dem heutigen Zugorama der V-Zug entsteht für die VZ Depotbank ein Hochhaus mit rund 6000 Quadratmetern.» Über die beiden Zuzüge freuen sich die Verantwortlichen: «Die zwei grossen Ansiedelungen sind sehr motivierende Ereignisse und bestätigen das ursprüngliche Konzept des Tech Clusters Zug.» In Zukunft soll das Areal stetig weiterbebaut werden. Der Tech Cluster Zug soll bis 2044 als dichte Mischnutzung von weiteren Industriefirmen, Dienstleistungsflächen, Gewerbe und auch Wohnnutzungen umgesetzt werden.

Diese jüngste Entwicklung am Standort ist ein weiterer, wichtiger Meilenstein auf dem V-Zug Areal. Das Unternehmen blickt denn auch auf eine lange Geschichte am Standort zurück. 1880 wurde die Metallwarenfabrik ­gegründet und die entsprechende Produktionsstätte erstellt, 1913 folgte die Verzinkerei. Als erinnerungswürdig hebt die V-Zug hervor: «Von grosser ­Bedeutung war der Zusammenschluss der Verzinkerei Zug und der Metall­warenfabrik Zug im Jahre 1976 sowie die anschliessende Verlegung der ­Produktion der Metallwarenfabrik Zug vom ursprünglichen Standort an der Baarerstrasse an den heutigen Produktionsstandort der V-Zug an der Industriestrasse.» Es folgten der Abriss der alten Produktionsgebäude 1983/84 und eine Grossüberbauung, die allen Zugerinnen und Zugern bekannt sein dürfte: Auf der frei gewordenen Fläche entstand das «Metalli» für Läden, Restaurants, Büros und Wohnungen, das heute durch die 2012 aus der Metall Zug Gruppe abgespaltene, börsenkotierte Zug Estates Gruppe bewirtschaftet und weiterentwickelt wird.

Tech Cluster ist für die Stadt wichtig

Für die Stadt Zug sei der Standort der V-Zug und die Weiterentwicklung des historischen Produktionsareals in einen Tech Cluster durch die Metall Zug in verschiedener Hinsicht von grosser Bedeutung – besonders auch die jüngsten Entwicklungen – weiss Stadtpräsident Karl Kobelt: Es sei sehr zu begrüssen, dass in der Stadt Zug der zweite Sektor der industriellen Produktion weiterhin eine erhebliche Bedeutung habe. «Die Vielfalt unseres Wirtschaftsstandortes wird dadurch erhalten und stärkt ihn dadurch. V-Zug stellt eindrücklich unter Beweis, dass auch an einem eher hochpreisigen Standort wie der Stadt Zug durch die Anwendung von Hightech die Geräteherstellung nach wie vor möglich ist», erklärt Kobelt.

Von Bedeutung war das Unternehmen bereits in der Vergangenheit. Die einstige Verzinkerei Zug und heutige V-Zug sei seit je eine wichtige Arbeitgeberin für Zugerinnen und Zuger aus der Stadt und der Region Zug. Kobelt erwähnt lobend:

«Überdies trägt das Unternehmen seit jeher den Namen unserer Stadt in ihrer Firmenbezeichnung, wodurch unser Wirtschaftsstandort auch mit der V-Zug und ihren Qualitäten verbunden wird.»
Karl Kobelt, Stadtpräsident Zug

Karl Kobelt, Stadtpräsident Zug

Bild: PD

Dank des Bekenntnisses von Metall Zug und V-Zug zum Standort in der Stadt würden weiterhin Fachkräfte ausgebildet und angestellt. Davon sind sowohl der Stadtrat als auch die Vertreter der Metall Zug und V-Zug überzeugt. Den Fachkräften wird ausserdem inskünftig im geplanten Holzhochhaus zahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt.

Bei der Umgestaltung des Geländes zählt die Nachhaltigkeit, welche auch der Stadt ein Anliegen ist. Der Stadtpräsident betont: «Durch die vorgesehene CO2-neutrale Energiebeschaffung auf dem gesamten Areal werden auch betreffend Ökologie neue und massgebende Standards gesetzt.»

Beat Weiss streicht hervor, dass im Tech Cluster «ein radikal nachhaltiges und städtisches Ökosystem» erstellt werden soll. Was gleichzeitig eine ­Herausforderung darstellt, so Weiss: «Die digitale Revolution und die Forderung nach nachhaltigen Infrastrukturen krempelt die Industrie weltweit um.» Mit dem Tech Cluster Zug solle aber für die hier domizilierten Unternehmen, insbesondere diejenigen der Metall Zug sowie der V-Zug Gruppe, ein innovatives Umfeld geschaffen werden. «Um mit diesem Wandel Schritt zu halten und die damit einhergehenden Herausforderungen zu meistern», betont Beat Weiss. Das wird seitens der Stadt geschätzt.

Aussenbegrünung für Lebensqualität

Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Gemäss Beat Weiss ist der Tech Cluster Zug so konzipiert, dass er aus der schrittweisen Umsetzung lerne und neue Entwicklungen adaptieren könne. Die Fertigstellung wird die Metall Zug Gruppe, wie auch die V-Zug Gruppe noch über einige Jahre beschäftigen.

Was wird in Zukunft bezüglich dieser Wirtschaftsraumentwicklung wichtig für die Stadt Zug sein? Da das Gebiet im Norden der Stadt einen Schwerpunkt für Arbeitsplätze bildet, gilt es diesen zusätzlich mit Wohnraum zu ­beleben. Wohnungen sind bei der Entwicklung durchaus eingeplant. Karl ­Kobelt führt aus, was aus Sicht der Stadt wichtig scheint. «Es gilt mit gross­­- zü­gigen Wohnprojekten, insbesondere für preisgünstigen Wohnraum in den Strassengevierten Ahornpark (Baarer-, Ahorn-, Industrie-, Göblistrasse) und Schleifepark (Baarer-, Grienbach-, Industrie-, Ahornstrasse) ein Gegengewicht zum Arbeitsplatzschwerpunkt zu setzen und insgesamt ein ausgewogenes Verhältnis von Einwohnern und Arbeitsplätzen zu schaffen.»

Um die Arbeitsplatz- und Lebensqualität zu gewährleisten, sei eine Abfolge von qualitativ hochstehenden und begrünten Aussenräumen im Tech Cluster wie in den angrenzenden Gevierten von hoher Bedeutung für die Aufenthaltsqualität. Dazu gehöre auch eine gute Vernetzung mit Fuss- und ­Velowegen sowie die Ausgestaltung der städtischen Strassenräume. Solche Überlegungen sind in der Planung berücksichtigt, findet der Stadtpräsident: «Im Zentrum des Tech Clusters werden neue stark begrünte Aussenräume geschaffen, welche auch den Aspekten des Klimawandels gerecht werden.»

«V-Zug trägt seit jeher den Namen unserer Stadt in ihrer Firmen­bezeichnung, wodurch unser Wirtschafts­standort auch mit der V-Zug und ihren Qualitäten verbunden wird.»

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