WLAN-NETZE: Hünenberg ist am besten vernetzt

Welche Zuger Gemeinden bieten öffentliche und kostenlose Zugänge zum Internet? Eine Umfrage offenbart grosse Unterschiede – auch in der generellen Haltung zu diesem Thema.

Rahel Hug, Andrea Muff
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Auf dem Hünenberger Dorfplatz kann man kostenlos im Internet surfen.

Auf dem Hünenberger Dorfplatz kann man kostenlos im Internet surfen.

Rahel Hug, Andrea Muff

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In der Stadt Zug gebe es zwar kein flächendeckend öffentliches und kostenloses WLAN, aber an einzelnen Orten, sagt Dieter Müller, der städtische Kommunikationsleiter. «In Zeiten von Flatrate-Abos und 4G-Empfang werden WLAN-Netze allerdings immer weniger wichtig.» Unter anderem kann in der Bibliothek Zug und in allen Verwaltungsgebäuden frei gesurft werden. Wie Müller ausführt, hat die Stadt vor zehn Jahren die Kosten für ein Netz in der Altstadt und einen Teil der Seepromenade evaluiert. «Allein die Einrichtung hätte einen sechsstelligen Betrag erfordert, die jährlichen Unterhaltskosten rund 20 Prozent der Einrichtungskosten.» Aus diesen Gründen habe der Stadtrat entschieden, auf eine Umsetzung zu verzichten.

Seit vier Jahren bietet die Gemeinde Baar in der Bibliothek ein öffentliches und kostenloses WLAN an. Wie Gemeindeschreiber Walter Lipp sagt, sei die Nachfrage dort gross. Da in der Bibliothek die bestehende Infrastruktur der Schule genutzt werden könne, seien die Kosten minimal: «Es mussten nur we­nige Access-Points installiert werden.»

Darüber hinaus sei geplant, in allen öffentlichen Räumen, auf öffentlichen Plätzen und im Freibad Lättich ein WLAN-Netz zu installieren. «Hier laufen noch Abklärungen mit verschiedenen Anbietern», sagt Lipp. Das Bedürfnis nach einem öffentlichen Netz sei vorhanden – «vor allem in Räumen, wo ein schlechter Empfang auf das Natel-Netzwerk besteht oder allgemein die Abdeckung schlecht ist», erklärt Lipp.

In Cham wurde vor zwei Jahren in der Bibliothek und in den Räumen der Verwaltung ein Netzwerk für Gäste eingerichtet, teilt Roger Mohr, Abteilungsleiter Finanzen und Verwaltung, mit. «Der Lorzensaal bietet schon länger ein WLAN, jedoch nur für die Veranstalter», erklärt er weiter. Seit ungefähr einem Jahr gebe es eine solche Einrichtung auch an den Schulen. Dies ermögliche vor allem den flexiblen Einsatz der mobilen Schulgeräte, wie beispielsweise iPads, auf dem ganzen Areal. Ein Ausbau des Angebots sei derzeit nicht geplant.

Ein Wunsch der Jugend

Gratis im Internet surfen ist in Hünenberg nicht nur Bibliotheksgängern und Schülern vorbehalten. Im Jahr 2011 wurde das Projekt WLAN gestartet, ein Jahr später erweitert und ein Public-WLAN aufgebaut, teilt der Gemeindeschreiber Guido Wetli mit. «Inzwischen sind alle Schulhäuser, das Gemeindehaus, der Heinrich-Saal, der Dorfplatz, das Jugi und der Sportplatz erschlossen.» Der Hauptgrund für die Einführung sei indes die Schule mit ihren Bedürfnissen gewesen. «An der Zukunftskonferenz im Jahr 2012 wurde von den Jugendlichen zudem der Wunsch nach einem Wireless-Anschluss auf dem Dorfplatz geäussert», so Wetli. Die jährliche Wartung für das interne und das öffentliche WLAN belaufen sich auf zirka 3000 Franken.

In Risch bieten die SBB am Bahnhof Rotkreuz ein kosten­loses WLAN an, wie Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher auf Anfrage schreibt. Die Gemeinde selbst bietet allerdings keine öffentlichen WLAN-Zugänge an. «Der Gemeinderat hat sich dagegen entschieden. Ausschlaggebend waren ordnungspolitische Überlegungen, die Investitions- und Betriebskosten sowie die recht­lichen Risiken.» Es liege eine Offerte vor, die für den Betrieb eines öffentlichen WLAN-Netzes im Zentrum Dorfmatt zu jähr­lichen Kosten von rund 23000 Franken geführt hätte. Pläne, das Angebot einzuführen, bestehen in der Ennetseegemeinde nicht.

Seit 2014 gibt es in Steinhausen in der Bibliothek, der Ludothek und im Rathaus öffentliches WLAN, sagt Gemeindeschreiber Thomas Guntli. In den Aulen der Schulhäuser gibt es diese Einrichtung für die Veranstalter ebenfalls. Erweitert werden soll das bestehende Netz: Der Zugang soll vom künftigen Gemeindesaal «Dreiklang» und vom Chilematt-Zentrum möglich sein, verrät Guntli. Es ist eine Registrierung mit dem Namen, Vornamen und der Mobiltelefonnummer notwendig. Danach ist der Zugang kostenlos für 24 Stunden aktiv.

Keine Netzwerke in der Höhe

In den Berggemeinden wird nirgends öffentliches WLAN angeboten. «Das Bedürfnis danach ist in Oberägeri nicht gegeben – weder seitens der Bevölkerung noch aus Tourismuskreisen. Eine Analyse der bestehenden Infrastruktur – initiiert vom Gemeinderat – zeigte, dass nicht alle Standorte technisch für das Vorhaben ausgerüstet sind. Die Kosten für das Einrichten, den Unterhalt sowie den Support eines WLAN-Netzes wären sehr hoch gewesen und standen in keinem Verhältnis zur marginalen Nachfrage», schreibt dazu die Kommunikationsverantwortliche im Auftrag von Andreas Meier, Ressortvorsteher Bau und Infrastruktur in Oberägeri. In Menzingen werde vereinzelt von Vereinen danach gefragt, erteilt die Gemeindeschreiberin Petra Poletti Auskunft. Möglicherweise würden dereinst «für einzelne Veranstaltungen in der Schul­anlage Schützenmatt und in der Bibliothek» WLAN-Netzwerke eingerichtet. In Neuheim, Unter­ägeri und Walchwil besteht keine Nachfrage, zeigt das Resultat von Anfragen unserer Zeitung.

WLAN in Bussen eingestellt

Die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) starteten Mitte 2012 einen dreijährigen Pilotbetrieb von öffentlichem und kostenlosem WLAN im Bus auf den Linien 1 und 2. «Aufgrund bescheidener Zugriffe und wenig Resonanz seitens der Fahrgäste wurde der Pilot aber nach der Probezeit eingestellt», schreibt die ZVB-Mediensprecherin Kathrin Howald. «Das Angebot entspricht keinem Kundenbedürfnis.»