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WM: Diese Sportlerinnen verwandeln sich in Touristinnen

Raus aus der Halle, auf zum Zugersee: Das Damen-Streethockeyteam aus Tschechien genoss gestern einen freien Tag.
Die Girls schlendern zur Zuger Katastrophenbucht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Girls schlendern zur Zuger Katastrophenbucht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Sonne strahlt. Am Himmel stehen weisse Schäfchenwolken. Im Hintergrund ist die Rigi zu sehen. Die Stadt Zug zeigte gestern ihre Postkartenansichten und die Damen der tschechischen Nationalmannschaft zeigten sich begeistert. «Wir lieben die Schweiz. Zug ist eine unglaublich schöne Stadt», schwärmt Michaela Rullová. Die 28-Jährige spielt im Sturm und ist zum ersten Mal in der Schweiz. «Hauptberuflich arbeite ich als Tennislehrerin in Prag», erklärt sie. Kurze Pause. Ihre Teamkameradinnen haben sich für ein Erinnerungsfoto aufgereiht. Der Jachthafen Zug bietet die perfekte Kulisse. Die Damen lachen schelmisch – das Foto ist im Kasten.

Wein und Käse für zu Hause

Gestern hatten die Girls aus Tschechien, die als Favoritinnen auf den Weltmeistertitel gelten, spielfrei. Die Zeit haben sie gleich für einen ersten Ausflug genutzt. Von der Bossard-Arena, wo die Damen ihre Spiele austragen, spazieren die Frauen in ihren Nationaltrikots gekleidet der Seepromenade entlang zur Katastrophenbucht. Dort besteigt das Team, das aus 22 Damen und drei Trainern besteht, das Kursschiff nach Cham. Wieder zücken sie ihre Handys.

«Wein und Käse werde ich nach Hause mitnehmen», sagt Veronika Volková, die in der Verteidigung spielt. «Ich bin toller Fan der Schweiz geworden. Ich habe per Mail nach Hause geschrieben, dass ich hier im Paradies bin», schwärmt die 20-Jährige, die Sportmanagement studiert. «Ich kann einigermassen Schlittschuh laufen, aber nicht so gut. Deshalb habe ich zum Streethockey gewechselt», sagt sie und lacht.

Männer und Frauen in einem Team

«Der Sport ist bei uns sehr populär», informiert Martin Komárek, der Assistenztrainer des Damenteams, auf Deutsch. Rund zwei Jahre hat er in Deutschland gearbeitet. «In der 1. und 2. Liga spielen rund 30 Teams. Viele Mannschaften wurden erst vor wenigen Jahren gegründet. Noch gibt es auch Teams, in denen Frauen und Männer gemeinsam spielen», sagt Komárek (31).

Das Schiff hat abgelegt. Die Frauen haben ihre Sonnenbrillen aufgesetzt und lehnen locker über die Reling. In der Ferne ist der Kirchturm von Cham zu sehen. Auf dem See schwimmt ein stolzer Schwan vorbei. Wieder ein Fotosujet, das die Frauen aus Tschechien festhalten. Die Stimmung ist gelöst. Die Mädels lachen, blödeln und schiessen Selfies.

Auch Eishockey

«Im Winter spiele ich Eishockey und stehe beim Damenteam von Slavia Prag im Tor», berichtet Janna Ramajzlová. Die 23-Jährige spricht hervorragend Deutsch: Sie ist in Hamburg zweisprachig aufgewachsen heute lebt sie in Prag und arbeitet hauptberuflich als Immobilienmanagerin. «Statt im Sommer langweilig Fitness zu trainieren, bin ich als Streethockeyspielerin im Einsatz. Dieser Sport gefällt mit sehr gut. Er ist sogar noch anstrengender als Eishockey.» Bisher seien sie noch nie in der Stadt gewesen. Das Team wohnt im Ibis-Hotel in Baar. «Am Morgen laufen wir jeweils in Baar ein. Wir gehen joggen oder spielen in der Nähe des Hotels Fussball», so Ramajzlová. Das Mittag- und das Abendessen nehmen sie im Baarer Restaurant Hello World ein. «Sonst sind wir vor allem in der Bos­sard-Arena, um zu trainieren. Wir sind nicht nur zum Spass hier, sondern wir haben einen Traum. Wir wollen den WM-Titel.» Am Sonntag nach dem Final, der um 14.45 Uhr startet, werden die Tschechinnen im Reisecar wieder die Heimreise antreten.

Und welche Souvenirs werden sie im Gepäck haben? «Wir haben gehört, dass die Zuger Kirschtorte eine Spezialität ist. Eine davon werde ich sicher mit nach Hause nehmen», sagt Janna Ramajzlová. Auch Schokolade wird ein Mitbringsel sein. «Aber vor allem wollen wir eine WM-Medaille nach Hause nehmen», erklären die Damen unisono. Und schiessen gleich die nächsten Erinnerungsfotos: Diesmal ist der Hirsgarten in Cham das Objekt der Foto-Begierde.

Danach geht es zurück ins Stadion: Um den Kanadierinnen die Daumen zu drücken, damit sie gegen die Erzfeindinnen aus der Slowakei gewinnen. Was dann auch passierte. Luc Müller

Hinweis

Mehr zur Streethockey-WM lesen Sie auf Seite 33

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