Leserbrief

Wo bleiben Aushängeschilder?

«Zuger FDP offenbart Probleme», «Zuger Zeitung» vom 7. Mai

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«Petra, we’ve a problem ...» So müsste der Notruf an die Kommandozentrale der FDP Schweiz lauten, wenn man sieht, wie sich die FDP Zug für die Nationalratswahlen 2019 aufgestellt hat. Die Listen sind noch unvollständig. Nette Leute sind nominiert, die meisten aber selbst bei politisch Interessierten unbekannt. Ist es das Ergebnis einer fehlenden Personalplanung der letzten Jahre?

Wo bleiben liberale Aushängeschilder wie Daniel Abt, Michael Arnold, Andreas Hotz, Andreas Kleeb, Peter Letter oder Cornelia Stocker, die den Nationalratssitz der FDP Zug möglicherweise sichern könnten? Unter vorgehaltener Hand erfährt man, dass von denen niemand so richtig an den Erhalt des FDP-Sitzes glaubt. Die Ausgangslage ist mehr als schwierig. Der abtretende Nationalrat Bruno Pezzatti verbrachte die letzten Jahre praktisch unbemerkt in Bern und hat damit sicher nicht zur Dynamik der kantonalen Partei beigetragen. Sein kürzlich gegen den Willen der FDP-Basis erschienenes Votum für den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft dürfte die Positionierung bei den heutigen Umweltsorgen nicht einfacher machen.

Ein FDP-Sitzerhalt sei nur noch in einer Listenverbindung mit CVP, SVP und GLP möglich, Letztere haben gemäss Gerüchten jedoch bereits eine Absage erteilt. Ökologischen Rückenwind haben dafür die grünen und linken Kräfte, die kürzlich bekannte Frauen für den Wahlkampf 2019 positioniert haben. Die SP wird sicher noch mit weiteren folgen und das Mobilisierungspotenzial weiter erhöhen. So wird der Wahlherbst keine Überraschung bringen, der Nationalratssitz geht wieder an die Linke und es bleibt der FDP nur noch die Hoffnung für den Ständeratssitz. Schade.

Geri Weber, Steinhausen