Wo bleibt die Vernunft?

«Stadt Zug muss über die Bücher», «Zuger Zeitung» vom 3. August

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Zwei lese-, schreib- und sprachunkundige Eritreer machen einen Anspruch auf Sekundarschule geltend – und unser Bundesgericht gibt ihnen recht. Wo bleibt da die Vernunft beim Bundesgericht; ist da jegliches Augenmass abhanden gekommen? Recht auf Bildung beginnt bei Leuten, die nicht lesen und schreiben können, üblicherweise beim Recht auf Einschulung in die erste Primarklasse – und nicht beim Recht auf Sekundarschule. Alle haben für die Sek entweder eine Übertritts-Prüfung zu bestehen oder vorangehend genügende Noten vorzuweisen. Wo bleibt da die Rechtsgleichheit? Und wer animiert eigentlich Asylbewerber zu solchen Klagen? Wer bezahlt deren Beratungs-, Anwalts- und Gerichtskosten? Wohl dieselbe öffentliche Hand, gegen die sie klagen. Zur Abhilfe hier Vorschläge: Zwecks Vorbeugung von Augenmass-Verlust sollen Bundesrichter alle 2 Jahre ein 2-monatiges Basis-Refresher-Praktikum absolvieren, zum Beispiel im Asylwesen oder in einem Pflegeheim. Asylbewerber sollen in den ersten 5 Jahren nicht klagen dürfen gegen den Staat, der sie beherbergt, jedoch jederzeit das Recht behalten, diesen zu verlassen, wenn sie unzufrieden sind.

Marie-Theres Annen, Hünenberg See