Wo ist da die Wertschätzung?

Zur Bezeichnung von Gastronomen.

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Die Gastro- und Tourismusbranche durchlebt eine sehr schwierige Zeit. Das ist hoffentlich allen bewusst. Mit der Kurzarbeitsentschädigung und den Überbrückungskrediten sind unsere Probleme bei weitem nicht gelöst. In der Gastronomie hat der Überlebenskampf endgültig begonnen. Was mich als Gastrofrau, eidgenössisch diplomierte Hoteliere und bis heute Gastgeberin im Gasthaus Bären in Oberägeri zutiefst verletzt, ist, dass wir in der Öffentlichkeit nur als Beizerinnen oder Beizer betitelt werden.

Wohlverstanden, es geht da nicht nur um mich. Es geht um unseren gesamten Berufsstand. Fast alle von uns haben mehrere Berufe erlernt (Koch/Köchin, Kellner/in, Hotelier/e, Kaufmann/frau), bis sie sich entschlossen haben, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Wir sind bereit, mehr als neun Stunden pro Tag zu arbeiten. An unseren Ruhetagen erledigen wir zudem oft den Einkauf, die allgemeinen Büroarbeiten, Buchhaltung, das Lohnwesen, die Werbung, die Gespräche mit Mitarbeitern, die Betreuung unserer Kunden und vieles mehr.

Es ist zur heutigen Zeit nicht mehr erlaubt, unsere schwarzen Mitmenschen mit dem N-Wort zu bezeichnen. Aber wir Gastronomen werden abschätzig Beizer/Beizerinnen genannt. Ist das richtig? Wo ist da die Wertschätzung?

Heidy Merz Iten, Unterägeri