Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zug: SBB verweigern die Auskunft zum selbstfahrenden Bus

Vor eineinhalb Jahren ist ein Projekt mit einem selbstfahrenden Bus in der Stadt Zug lanciert worden. Nach einigen Testfahrten im letzten Frühling ist es ruhig geworden. Die SBB, die das Vorhaben verantworten, halten sich bedeckt, wollen aber demnächst informieren.
Livio Brandenberg
Seit der Testfahrt wurde der selbstfahrende Bus nicht mehr gesehen. (Bild: Christopher Gilb (Zug, 26. März 2018))

Seit der Testfahrt wurde der selbstfahrende Bus nicht mehr gesehen. (Bild: Christopher Gilb (Zug, 26. März 2018))

Der Hype war gross, als Anfang März vergangenen Jahres der führerlose elektrische Bus auf dem Bahnhofplatz Zug präsentiert wurde. Mit dabei: SBB-CEO Andreas Meyer und Stadtpräsident Dolfi Müller. Man sprach von Zug als «Pionierstadt», von einem der «spannendsten und cleversten Projekte», die man in Zug je hatte, Meyer brachte die Stimmung wie folgt auf den Punkt: «Wir wollen etwas zu Stande bringen, was es noch nicht gibt.» Angedacht waren zuerst Testläufe im Sommer 2017. Doch der Start des Projekts verzögerte sich. Die SBB und ihre Partner wechselten das Fahrzeug aus, da der im Frühling vorgestellte Bus den Anforderungen nicht genügte. Getragen wird das Projekt von den SBB, der Firma Mobility Carsharing, den Zugerland Verkehrsbetrieben, der Stadt Zug und auch dem Technologiecluster Zug.

Im vergangenen März war es dann so weit: Der erste selbstfahrende Bus kurvte – mit rund 6 Kilometern pro Stunde allerdings eher gemächlich und mit einer Fachperson an Bord – auf den Stadtzuger Strassen umher. Diese ersten Testfahrten dienten dem «Mapping», also dem Erfassen der Strecke.

Doch nach zwei Wochen verschwand «Milo», wie das Gefährt, welches einer Kreuzung aus Skigondel und verkürzter Strassenbahn gleicht, vom französischen Hersteller getauft wurde. Seither konnte man den selbstfahrenden Bus nicht mehr in Zug sehen – ausser bei Anlässen, so wird er etwa auch am Tag der offenen Tür der Zuger Polizei, der Zugerland Verkehrsbetriebe, des Rettungsdienstes und der Stützpunktfeuerwehr Zug am 15. September gezeigt.

Das Projekt kostet 2,7 Millionen Franken

Warum fährt der Bus nicht mehr auf den Zuger Strassen? War diese längere Pause geplant? Und was ist der Stand des Projekts «MyShuttle»? Bei den SBB hält man sich bedeckt, wer mehr über den bisherigen Verlauf des Projekts, die geplanten Tätigkeiten sowie den Zeitrahmen erfahren möchte, wird vertröstet: Man werde «demnächst aktiv die ­Medien» über das Projekt «My­Shuttle» informieren und bittet den Fragesteller «bis dahin um etwas Geduld», heisst es bei der Pressestelle. Auch konkrete Fragen werden – zurzeit – nicht beantwortet. Etwa, ob weitere Testfahrten in Zug geplant seien, und wenn ja, wo. Oder ob es Probleme gegeben habe, sowie wann frühestens mit einem regulären Einsatz eines selbstfahrenden Busses in Zug gerechnet werden könne.

Gemäss SBB-Chef Meyer sollten beim grossangelegten Testlauf verschiedene Einsatzmöglichkeiten des Busses ausprobiert werden: als Shuttle­service, integriert ins Netz des bestehenden öffentlichen Verkehrs, oder aber als Car-Sharing-Angebot für ein noch zu definierendes Gebiet in der Stadt Zug, hiess es vor eineinhalb Jahren. Meyer hatte sich auch in verschiedenen Interviews stets dahingehend geäussert, dass die SBB ihren Kunden in Zukunft ­einen Tür-zu-Tür-Service bieten wollten. Dabei hat er immer wieder den Einsatz selbstfahrender Autos genannt. Während der Testfahrten Ende März hiess es, wenn diese Phase erfolgreich verlaufe, werde der Pilotbetrieb erweitert, und erste Testgruppen könnten das Fahrzeug nutzen. Ursprünglich sollte das Bus-Projekt gemäss SBB zwei Jahre dauern. Die ganze Versuchsreihe kostet rund 2,7 Millionen Franken. Der Beitrag der Stadt Zug beläuft sich auf insgesamt rund 80 000 Franken.

Die SBB lassen selbst die Stadt Zug im Dunkeln

Doch auch bei der Stadt Zug weiss man heute nicht mehr über den Stand des ambitionierten Projekts. Auf Anfrage heisst es, die Informationen seien bei den SBB. Die Stadtverwaltung scheint also von den Bundesbahnen nicht regelmässig über das gemeinsame Projekt informiert zu werden.

Nicht am Vorhaben beteiligt ist der Kanton Zug. Gänzlich abseits stehen will man beim Versuch mit autonom fahrenden Bussen will er aber nicht. So sagte der Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr, Hans-Kaspar Weber, im Frühling vor einem Jahr zur «Zuger Zeitung», der Regierungsrat unterstütze das Vorhaben «ideell» und wolle es «fachlich begleiten». Geld gebe es aber keines, so der Amtsleiter.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.