Wo «Makroaufnahmen» in Acryl vom Frühling künden

Die plakativ-realistischen Naturimpressionen in der Galerie Malte Frank in Zug erblühen in satter Farbenpracht.

Andreas Faessler
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Farbenkräftige Naturschönheiten: die Blütengemälde von Claire-Francine Isenring in der Galerie Malte Frank an der Grabenstrasse.

Farbenkräftige Naturschönheiten: die Blütengemälde von Claire-Francine Isenring in der Galerie Malte Frank an der Grabenstrasse.

Bild: Andreas Faessler (Zug, 4. März 2020)

Das Werk von Claire-Francine Isenring ist thematisch breit abgestützt. Die stark naturverbundene Kunstmalerin verarbeitet in ihren Bildern abstrakte spirituelle Aspekte und Gefühlswelten, genauso häufig auch Gegenständliches wie Landschaften, Mensch, Tier und – ganz klassisch – Blumen. Letztere sind Schwerpunkt ihrer aktuellen Ausstellung in der Galerie Malte Frank in Zug.

Alles andere als klassisch ist die Art und Weise, wie Claire-Francine Isenring die Motive mit Acrylfarben auf Leinwand festhält: Fern vom altbekannten Blumenstillleben und ganzheitlichem Bouquet wählt sie bewusst Ausschnitte – ähnlich einer Nahaufnahme. So erwächst die satte Blumenpracht in Übergrösse, Blüten und Blattwerk treten über den Rand hinaus, lassen ein grosses Ganzes nur erahnen. Ein weiteres markantes Merkmal dieser Naturimpressionen ist die völlige Absenz von Hinweisen auf eine Umgebung, sprich die Motive auf weissem Grund sind schwebend, wie freigestellt, ohne Hintergrund. Nichts lenkt vom Bildinhalt ab.

Vollkommen und makellos

Lilie, Iris, Calla, Tulpe, Mohn, Orchidee, Sonnenblume... plakativ-realistisch sind die Blumenarten als vollkommene, makellose Naturschönheiten von ausgeprägter Farbintensität porträtiert – als wollten sie den bevorstehenden Frühling in höchsten Tönen ankündigen.

Neben der Werkgruppe in Acryl zeigt Malte Frank einige Exponate aus weiteren Arbeitszyklen der Malerin. Unter anderem eine Auswahl an Aquarellen mit derselben Thematik. Hier hingegen orientiert sich Isenring an der herkömmlichen Blumenmalerei – wenn man es denn so bezeichnen möchte – wie Sträusse und Arrangements in Vasen oder Töpfen. Mit der Repräsentation von Isenrings Blumengemälden weicht der Galerist für einmal etwas von seiner «Linie» ab, zumal er den Raum sonst vornehmlich mit abstrakter und konstruktivistischer Kunst bespielt.

Die 1954 im jurassischen Pruntrut geborene Claire-Francine Isenring hat sich an der Accademia di Belle Arti in Perugia ausbilden lassen. Intensiver Austausch in Künstlerkreisen und weitere Ausbildungsschritte brachten die vielschichtige Künstlerin voran. Als freischaffende Malerin ist Isenring seit 1990 unterwegs. Hatte sie ich anfänglich eher auf Zeichnung, Öl- und Aquarellmalerei konzen­triert, wandte sie sich allmählich der Acrylmalerei und der Mischtechnik zu. Claire-Francine Isenring lebt und arbeitet heute in Au am Zürichsee.

Hinweis
Ausstellung von Claire-Francine Isenring in der Galerie Malte Frank, Grabenstrasse 1a, Zug. Noch bis 26. März. Offen Mi-Fr 14-18.30 Uhr, Sa 11-16 Uhr. Die Galerie akzeptiert als erste Bitcoins.