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Wo sich die Zuger Altstadt mit der Neustadt verzahnt

Die Hauptpost ist jetzt von zwei Seiten von Neubauten umringt. Der Zuger Architekt, der sie geplant hat, lässt Interessierte hinter die Fassade blicken. Viele staunen.
Marco Morosoli
Erich Leutwyler (im blauen Shirt) mit Interessierten vor dem neuen Gebäude. Rechts zu sehen ist die alte Post. (Bild: Maria Schmid (24. Mai 2018))

Erich Leutwyler (im blauen Shirt) mit Interessierten vor dem neuen Gebäude. Rechts zu sehen ist die alte Post. (Bild: Maria Schmid (24. Mai 2018))

Die Veranstaltungsreihe «Architektur vor Ort» hat in der Agenda des Bauforums Zug einen festen Platz. Jeweils gegen Ende Monat wird Interessierten die Möglichkeit geboten, eine Baute etwas genauer anzuschauen. An Objekten fehlt es im Kanton Zug mit seiner regen Bautätigkeit nicht. Am vergangenen Donnerstag hat der Architekt Erich Leutwyler durch das neu erstellte Gebäude am Postplatz 4a geführt. Diese Adresse ist etwas verwirrlich, denn der Eingang zu diesem Gebäude befindet sich nachweislich an der Poststrasse.

Da so viele Zuhörer gekommen sind, muss Leutwyler richtig laut werden. Weil dadurch der Kreis um ihn herum immer grösser wird, mutiert er zu einem temporären Verkehrshindernis. Daraufhin trifft sich die Gruppe im Bereich der Einfahrt. Aber auch dort muss sie immer wieder weichen, weil Autos im neuen Parkhaus ein- und ausfahren wollen. Aber immerhin ist dort die Verständigung einfacher. Leutwyler erklärt den Anwesenden, dass das Haus, das für diesen Neubau weichen musste, nicht unter Denkmalschutz gestanden habe.

Wichtig ist, dass der alten Post die Krone bleibt

Seine Aufgabe, so erzählt Erich Leutwyler, sei eher verkehrs- und stadtplanerisch als architektonisch gewesen: «Wir mussten auf die Nachbarschaft reagieren.» Das sei mit «einer so unauffälligen Struktur wie möglich» bewerkstelligt worden. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass in diesem Bereich «die Altstadt in die Neustadt übergeht». Leutwyler glaubt, dass ihm und seinem Team dieser Übergang gelungen sei. Wichtig ist ihm vor allem, «dass der Hauptpost die Krone bleibt». Die beiden Gebäude sind denn auch ungefähr gleich hoch. Dem Betrachter, der auf der Poststrasse schlendert, bleibt das achtstöckige Gebäude, das auch zum Komplex gehört, verborgen.

Ohne näher auf die Abstimmung vom 10. Juni einzugehen, bei der über eine Initiative befunden wird, welche die oberirdischen Parkplätze auf dem unteren Postplatz erhalten will, feuert Erich Leutwyler eine Breitseite ab: «Wir haben unseren Teil geleistet, jetzt wird wieder alles neu diskutiert.» Die Pensionskasse der Stadt Zug hat 100 Parkplätze im ersten ­Geschoss des unterirdischen Parkhauses gekauft, diese sind seit Ende April für die Öffentlichkeit nutzbar. Weitere Aussagen zu diesem aktuell heiklen Dossier macht Leutwyler dann nicht mehr. Er erwähnt aber, wie wichtig die Achse zwischen Hauptpost und Regierungsgebäude sei.

Während der Führung ist nur eine kritische Stimme zu hören. Diese findet, dass das Büro­gebäude hinter der Hauptpost wohl ein wenig zu weit südlich stehe. So werde nun der «Grünzug» in Richtung Schanz und Guggihügel unterbrochen.

Zum Gebäudekomplex gehören auch 25 Mietwohnungen mit zwischen 1,5 und 4,5 Zimmern. Laut der Homepage des Vermieters sind alle Wohnungen vergeben. So haben die Teilnehmer des Bauforums im Rahmen der Führung am Donnerstag wohl die letzte Gelegenheit gehabt, sich dort noch einmal umzusehen. Die Gruppe hat sich dabei aufgrund ihrer Grösse schnell einmal verteilt. Je höher das Stockwerk, desto umfassender die Aussicht.

In einigen Räumen müssen die Mieter wohl früher oder später Eisenbahnfans werden. Die Gotthard-Züge fahren praktisch vor der Türe vorbei. Wobei: Mit der Typenvielfalt auf den Schienen ist es heutzutage auch nicht mehr so weit her. Den Lärm scheinen die Fenster jedenfalls gut abzudämmen.

Übrigens sind im neuen ­Gebäudekomplex nicht nur 100 Parkplätze für die Öffentlichkeit nutzbar. Die Stadtbahnhaltestelle Zug Postplatz erhält auch einen zweiten Zugang vom Norden her. Bald kann somit auch von der Poststrasse aus die Stadtbahn ­erreicht werden. Damit wird der Raum zwischen den zwei neuen Bauten und der Hauptpost ein wenig belebt. Erich Leutwyler sagt auch, dass die Belebung an sich auch von den Besitzern abhängt. Für ihn und sein Team ist das Gros der Arbeit erledigt.

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