WOHNEN: Mietsachen: Eine Schlichtung hilft meist weiter

Bei Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter wurde 2016 im Kanton Zug in 90 von 112 Fällen eine Lösung gefunden. Der Gang zur Schlichtungsstelle erfolgt oft auch aus taktischen Gründen.

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Ein Grossteil der Fälle, die bei der Zuger Schlichtungsstelle landen, findet eine gütliche Einigung. Bild: Stefan Kaiser (9. Dezember 2016)

Ein Grossteil der Fälle, die bei der Zuger Schlichtungsstelle landen, findet eine gütliche Einigung. Bild: Stefan Kaiser (9. Dezember 2016)

Wer im Kanton Zug in Miet­sachen vor die Schlichtungsstelle geht, findet meist eine Einigung. Dies zeigen die neusten Zahlen der kantonalen Schlichtungs­behörden zum ersten Halbjahr 2016. So wurde in 90 von insgesamt 112 behandelten Fällen eine Einigung erzielt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die meisten Streitigkeiten sind beim Posten «Forderungen auf Zahlung» vermerkt mit einem Anteil von über einem Drittel aller behandelten Fälle. Meistens sei es ein Streit über das Zurückzahlen des Mieterdepots, sagt die administrative Leiterin der Schlichtungsbehörden Si­mona Dognini. «Oft will der Mieter das Depot zurück, aber der Vermieter ist der Ansicht, dass es noch Schäden zu zahlen gibt.»

Kündigungsfrist erstrecken

Dieser Posten sowie derjenige der «Ordentlichen Vertragskündigung» wurden in den vergangenen fünf Jahren mit Abstand am meisten vor der Schlichtungsstelle behandelt. Bei Letzteren geht es unter anderem um Mietverträge, welche aus zulässigen Gründen gekündigt, die Gründe jedoch vom Mieter bezweifelt wurden. Oft werde die Schlichtung bei einer Kündigung aber auch aus taktischen Gründen angegangen, sagt Dognini: «So kann die Kündigungsfrist erstreckt werden.»

Gemäss Dognini gibt es Jahre, in denen deutlich mehr Schlichtungen vorgenommen werden müssen als in anderen. «Wieso, ist nicht immer klar», sagt sie. Manchmal sei es offensichtlich, wenn beispielsweise der Referenzzinssatz steige oder sinke. Es gebe aber auch Phasen, in denen man einen Ausreisser nicht an einem Ereignis festmachen könne.

Beim Anteil an Fällen, die mit einer Einigung abgeschlossen wurden, liegt der Kanton Zug in den vergangenen fünf Jahren im schweizweiten Vergleich im nationalen Durchschnitt.

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch