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WWZ bezieht Wärme aus Luzern

Die WWZ AG will die Region Ennetsee mit umweltfreundlicher Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Perlen versorgen. Wie viel das Projekt kosten wird, ist noch nicht klar.
Livio Brandenberg
Das Gebäude der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen. (Bild: PD)

Das Gebäude der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen. (Bild: PD)

Die Haushalte im Ennetsee beziehen schon bald Fernwärme aus Luzern. Wie die Wasserwerke Zug (WWZ) mitteilen, soll die Region künftig mit CO2-neutraler Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen versorgt werden. Dort wird das ganze Jahr über Abfall umweltverträglich verbrannt. «Dabei entsteht rund um die Uhr Abwärme, die als CO2-neutrale Energiequelle zur Verfügung steht», so die WWZ. Im Rahmen des Projekts «Wärmeverbund Ennetsee» wolle die WWZ diese Abwärme nutzen und nach Rotkreuz und Hünenberg-Bösch transportieren. Später sollen das Gebiet Cham und die Äussere Lorzenallmend dazukommen. «Für den Transport der Abwärme ist in einem ersten Schritt der Bau einer rund neun Kilometer langen Fernwärmeleitung geplant.» Den Kredit für die Ausarbeitung eines Detailprojekts habe der WWZ-Verwaltungsrat nun verabschiedet.

Die Idee, aus Perlen Wärme zu beziehen, sei vor rund zwei Jahren entstanden, sagt CEO Andreas Widmer auf Anfrage. «2016 haben wir gemeinsam mit Renergia eine Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Versorgung der Region Ennetsee mit Wärme ab der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia durchgeführt.» Im letzten Jahr habe man Gespräche mit den Gemeinden und Grundeigentümern geführt. Jetzt habe man damit begonnen, das Projekt im Detail auszuarbeiten.

Kosten werden aufgeteilt

Wann wird es denn soweit sein, dass Wärme transportiert wird? «Unser ehrgeiziges Ziel ist es, ab 2020 erste Kunden mit Fernwärme zu versorgen, wobei der Projektfortschritt wesentlich vom Kundeninteresse abhängt», sagt Widmer. Wie viel das Projekt kosten wird, kann der WWZ-CEO noch nicht genau beziffern. «Die Ermittlung der effektiven Investitionskosten ist Bestandteil der jetzt angelaufenen Detailplanung und ist unter anderem auch abhängig von der Anzahl Objekten, welche an diesen Wärmeverbund angeschlossen werden.» Was jetzt schon gesagt werden könne, ist, «dass die Investitionen in das Fernwärmenetz, also Transport- und Verteilnetz, vollständig durch die WWZ AG getragen werden. Die Kunden übernehmen dann die Umbauten ab Wärmeübergabestation und Renergia trägt die Kosten für die Wärmeauskopplung», erklärt Widmer.

Mittels Fernwärmelösungen würden sich Quartiere oder ganze Gemeinden mit Wärme versorgen lassen, und zwar «effizient, zuverlässig und vor allem umweltfreundlich», sagt der CEO weiter. Und: «Ambitionierte Klimaziele stehen unserer Region gut an. Ähnlich wie unser Generationenprojekt Circulago ist auch der geplante Wärmeverbund Ennetsee ein wichtiges, nachhaltiges Vorhaben, das einen Beitrag leistet, um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken und die Ziele der Energiestrategie 2050 in unserer Region aktiv mitzutragen.»

«Unser ehrgeiziges Ziel ist es, ab 2020 erste Kunden mit Fernwärme zu versorgen.»
Andreas Widmer, WWZ-CEO

Angesprochen auf die Ankündigung, dass nach den Gemeinden im Ennetsee später auch das Gebiet Cham und die Äussere Lorzenallmend an das System angeschlossen werden sollen, und wann dies soweit sein wird, sagt Andreas Widmer, das sei «abhängig vom Kundeninteresse und vom Projektverlauf respektive der Erschliessung Rotkreuz-Bösch. Unser Ziel ist es, ab 2023 erste Kunden in Cham mit Fernwärme zu versorgen».

Weitere Gemeinden könnten folgen

Zuerst wird also das Gebiet westlich des Zugersees «erschlossen», dann Cham und die Äussere Lorzenallmend. Dies führt zur Frage, ob es Pläne gibt, in Zukunft auch noch andere Zuger Gemeinden mit CO2-neutraler Wärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Perlen – in der seit einigen Jahren auch der Abfall des Kantons Zug verbrannt wird – zu versorgen? Laut Widmer liegen die Prioritäten auf den genannten Gebieten: «Für die WWZ AG steht momentan die Erschliessung der ersten Etappe im Vordergrund.» Doch der WWZ-Direktor sagt auch: «Weitere Gebietserschliessungen sind nicht ausgeschlossen.»

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