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Internetstörungen: WWZ-Dienste sind Opfer eines Hackerangriffs geworden

Viele Zuger und andere Zentralschweizer, die das Telekommunikationspaket Quickline mit dem neusten Modem nutzen, waren von Unterbrüchen betroffen. Jetzt ist klar: Da waren Hacker im Spiel. Quickline hat Anzeige gegen «Unbekannt» eingereicht.
Charly Keiser
Viele Quickline-Störungen wurden aus dem Kanton Zug gemeldet. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 2. Oktober 2018))

Viele Quickline-Störungen wurden aus dem Kanton Zug gemeldet. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 2. Oktober 2018))

«Die Nervern liegen blank.» So titelte diese Zeitung letzte Woche zu den Störungen des Telekommunikationspakets Quickline, mit dem die WWZ AG (WWZ) ihren Kunden Fernsehen, Internet und Festnetztelefonie anbietet. Auch zahlreiche Zuger und andere Zentralschweizer waren von den Unterbrüchen betroffen – und platzierten entsprechende Kommentare auf der Website www.allestörungen.ch, nachdem das Fernsehen und das Internet während zwei, drei Tagen kaum noch funktionierten.

Die Ursache für die Störungen sei noch unklar, die Techniker seien damit beschäftigt, Abklärungen zu treffen und das Problem einzugrenzen, sagte Monika Margreiter, die Sprecherin von Quick­line letzte Woche gegenüber der «Zuger Zeitung». Sie seien mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen.

«Mutwillige Fremdeinwirkung»

Seit gestern ist nun bekannt, warum diese Unterbrüche aufgetreten sind. Quickline schreibt nämlich in einer Medienmitteilung: «Mittlerweile besteht Gewissheit, dass die Störungen auf mutwillige Fremdeinwirkungen zurückzuführen sind und Quick­line für einen Angriff gegen einen unbekannten Dritten missbraucht worden ist.» Interne Analysen hätten eine sogenannte «Amplification Attack» auf Quickline entlarven können, heisst es weiter. Dabei seien missbräuchlich grosse Datenströme auf bestimmte Internetanschlüsse gelenkt worden. Diese hätten die betroffenen Quick­line-Modems zum Absturz gebracht, was bei den Kunden zu den genannten Störungen geführt habe. Die Untersuchungen der einberufenen Taskforce hätten gezeigt, dass nicht Quickline und/oder deren Partner eigentliches Ziel dieses Angriffs gewesen seien.

Wem der Angriff letztlich gegolten habe, sei derzeit noch unklar und Gegenstand weiterer Abklärungen. «Quickline hat Strafanzeige gegen ‹Unbekannt› eingereicht.»

Möglich sei der Angriff aufgrund einer Schwachstelle des betroffenen Modemtyps geworden, schreibt Quickline. «Diese konnte am vergangenen Wochenende behoben werden. Wie es überhaupt dazu kommen konnte und seit wann die Schwachstelle bestanden hat, wird derzeit weiter untersucht.» Die Nachforschungen hätten keinerlei Hinweise auf Datendiebstahl oder -manipulation in irgendeiner Form ergeben. Quick­line verfolge die Angelegenheit weiterhin mit höchster Priorität weiter und entschuldige sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Notfalldienst eingerichtet

Die Nerven hätten bei allen Beteiligten blank gelegen, sagt Thomas Reber, Leiter WWZ Telecom, der seinen Humor und seine Ruhe wiedergefunden hat. «Denn einen Fehler einzugrenzen und zu finden, der nur sporadisch auftritt, ist zuweilen unglaublich schwierig.» Auch WWZ-Kunden seien mit ihren Nerven am Ende gewesen. Darum habe man letzte Woche einen Hinweis auf der Homepage platziert und einen Notfalldienst eingerichtet.

«Wir haben genügend Modems besorgt, damit wir alle betroffenen Geräte hätten austauschen können», sagt Reber weiter. Betroffene Kunden hätten so ihre Modems austauschen und den Fernseher direkt anschliessen können. Zwar wäre dann kein zeitversetztes Fernsehen, aber das lineare Schauen möglich gewesen. Auch das Internet hätte mit den bereitgestellten Modems funktioniert, erklärt Reber: «Zum Glück hat sich aber der Vorfall der Vorwoche nicht wiederholt. Es war für uns und unsere Kunden schon supermühsam, wofür wir uns bei ihnen nochmals entschuldigen.»

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