«Yellow» wird Fasnachtslokal

Ab sofort gibt es in Walchwil eine schwimmende Beiz. Davon erhoffen sich die Hudiväter gute Unterhaltung.

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Die beiden Hudimütter und Hudiväter sind bereit, mit den Fasnächtlern auf dem Schiff zu feiern. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die beiden Hudimütter und Hudiväter sind bereit, mit den Fasnächtlern auf dem Schiff zu feiern. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Geheimnistuerei ist endlich vorbei. Das Schiff «Yellow» ist die diesjährige Fasnachtsbeiz. Für die schönsten Tage ankert es am Hauptsteg in Walchwil. «Wir wollten etwas Neues, etwas Spezielles, Schönes, und natürlich sollte es auch zu unserem Motto passen», sagt der Hudivater und Wirt Beat Hürlimann und ergänzt: «Wir wollten nicht einfach ein Festzelt auf dem Schulhausplatz aufstellen.» Die beiden Beat Hürlimanns, die als «The Beätels» zusammen mit ihren Gattinnen als Oberhäupter der Walchwiler Fasnacht regieren, freuen sich besonders auf den Schmutzigen Donnerstag. Am Abend wird auf dem Schiff gefeiert, für die musikalische Unterhaltung sorgt die Band Stuart & Reidt. Diese wird auch am Dienstag an der Uslumpete den letzten Abend der Yellow-Beiz begleiten.

Grosser Aufwand

Neben einer kleinen Bühne für die Musik wurde mit viel Arbeit auch eine geheizte Raucherlounge beim Eingang auf dem Steg erstellt. Im Innern des Schiffs finden die Besucher eine Bar, Festbänke und Tische. Ein grosser Aufwand für so kurze Zeit. Das wäre alles schwierig gewesen, hätte nicht der ältere Beat Hürlimann eine eigene Zimmerei im Dorf. «Dank den geleisteten Vorarbeiten waren wir schnell und konnten die Lounge bereits aufstellen, bevor das Schiff da war» so die Hudimutter Franziska Hürlimann.

In der Yellow-Fasnachtsbeiz sollen sich alle Leute aus dem Dorf wohl fühlen. Nicht nur die Nachtschwärmer der Fasnacht, die Guggenmusig oder die Jugendlichen. Auch Mütter mit Kindern und ältere Leute sind willkommen, einen Kaffee zu trinken oder sich vom Wirtepaar Eliane und Mario Zanella bekochen zu lassen.

Beat Hürlimann, der Wirt des Hotels Aesch, ist sich bewusst, dass das Angebot an «einfachen» Dorfbeizen in Walchwil zu wünschen übrig lässt und sieht im «Yellow» – auch wenn nur kurzfristig – eine gute Ergänzung. Die Wirte auf dem Schiff, die sich die Arbeit am und im Wasser gewohnt sind – sie sind auch Betreiber der Walchwiler Badeanstalt – werden von Helfern unterstützt. Sie mussten gestern bereits ausserhalb der Öffnungszeiten den Arbeitern aus der Umgebung ein «Znüni» bereitstellen.

Für Sicherheit ist gesorgt

Die Lage am Wasser in Verbindung mit der Fasnacht lässt die Sicherheitsfrage aufkommen. Sind die Gastgeber nicht besorgt, dass zu später Stunde einer ihrer Gäste ins Wasser fallen könnte? Der Zimmermeister beruhigt: «Auf die Sicherheit haben wir viel Wert gelegt. Das Vorderdeck des Schiffs ist geschlossen, und im Heck haben wir das Geländer ergänzt und den Boden rutschsicher gemacht.» Ein weiterer Vorteil: Der Wirt Mario Zanella ist Rettungsschwimmer.

In Walchwil kann die Fasnacht losgehen. Die Oberhäupter sind bereit und sehr stolz auf ihr Schiff.

Für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und die grosse Mithilfe des Fasnachtskomitees sind die Regenten dankbar. Es scheint, als funktioniere die fasnächtliche Organisation einwandfrei, und die «Yellow», welche nahe am Dorfzentrum schwimmt, verspricht gemütliche Stunden für die fasnachtsbegeisterten Walchwiler.

Andrea Müller