Der Zuger Abfallverband denkt über das eigene Altpapier nach

Lohnt sich die flächendeckende Verteilung des Abfallblattes noch? Die Zeba-Führung sucht Antworten.

Marco Morosoli
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Der Abfalljahreskalender sei etwas gar klein geraten, wurde in der Stadt Zug moniert.

Der Abfalljahreskalender sei etwas gar klein geraten, wurde in der Stadt Zug moniert.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Dezember 2019)

Kürzlich ist das in grün gehaltene Entsorgungsmerkblatt des Zweckverbandes der Zuger Einwohnergemeinden für die Bewirtschaftung von Abfällen (Zeba) in den Briefkästen aller Zuger Haushalte gelandet. Zwei Tage später, so erzählt der Zeba-Geschäftsführer Hans Ulrich Schwarzenbach, seien bereits rund zehn Prozent der Wurfsendung wieder auf einem der zugerischen Öki-Höfe als Papierabfall aufgetaucht.

Den Hauptschwerpunkt der Zeba-Publikation bildet in der Ausgabe 2020 der Umgang mit Lebensmittelabfällen. Auch in diesem Segment gilt die Zeba-Maxime: vermeiden, verhindern und verwerten. Hans Ulrich Schwarzenbach versichert denn auch: «Wir müssen im nächsten Jahr im Verwaltungsrat diskutieren, ob es überhaupt noch zeitgemäss ist, weiterhin 65000 vierseitige Entsorgungsblätter zu drucken.» Da deren Verteilung zu den Pflichten des Zeba gehört, muss der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz des Oberägerer Gemeindepräsidenten Pius Meier in der Sache entscheiden. Dazu muss das Reglement über die Abfallbewirtschaftung des Zeba abgeändert werden. Dort steht unter dem Paragrafen 6 Buchstabe e, dass jede der Verbandsgemeinden verpflichtet ist, ein Entsorgungsblatt herauszugeben. Um diesen Passus im Reglement anpassen zu können, bedarf es eines Beschlusses der Delegiertenversammlung.

Neue Möglichkeiten mit dem Abfallkalender

Hans Ulrich Schwarzenbach weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass seit dem vergangenen Jahr unter www.zeba.sammelkalender.ch die verschiedensten Tourenpläne zusammengestellt werden können. Diese personifizierten Gedankenstützen lassen sich bequem bis zum Format A3 ausdrucken oder können in den eigenen Kalender integriert werden. Es ist ebenfalls möglich, ein PDF zu erstellen, welches sich wiederum ausdrucken lässt. Da gleichzeitig ja auch kantonsweit Bestrebungen im Gange sind, bis 2030 so viele Unterflurcontainer wie möglich einzurichten, hat der Kehricht-Touren-Plan langfristig gesehen kaum noch eine Zukunft.

Doch auch Schwarzenbach ist sich bewusst, dass es heute immer noch Zeba-Nutzer gibt, die auf ihr lieb gewonnenes Papier nicht verzichten wollen. Die verteilten Entsorgungsblätter passen dabei nicht allen Nutzern. Eine Pensionärin aus Zug moniert das in dieser Gemeinde verteilte Entsorgungsblatt. Der Abfalljahreskalender sei etwas gar klein geraten. Es sei so kaum ersichtlich, wann welcher Service angeboten würde. Da alle Tourenpläne für die verschiedensten Kehrichttouren (Siedlungsabfälle, Grüngut, Karton) darin verpackt sind, kann es bisweilen schwer sein, den Überblick zu behalten.

Die Baarer Lösung als Vorzeigeobjekt

Die Gemeinde Baar zeigt, wie es zu bewerkstelligen wäre, alle Generationen abzuholen. Dort ist neben dem offiziellen Entsorgungsblatt noch ein A3-Blatt eingelegt. Auf einer Seite finden sich die Tourengebiete, auf der anderen ist die Jahresplanung so dargestellt, dass sie ohne Lupe einsehbar ist.