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Zecken verbreiten Angst - auch im Kanton Zug

Während die Zahl der Zeckenstichmeldungen beim Bund ansteigt, spitzt sich die Lage auch bei uns zu. Letztes Jahr erhielt der Kantonsarzt eine FSME-Meldung – dieses Jahr sind es bereits vier.
Shirin Fischer
Unter den sogenannten Schildzecken spielt der gemeine Holzbock, Ixodes ricinus, im Kanton Zug die wichtigste Rolle. (Bild: Keystone/Carola Vahldiek)

Unter den sogenannten Schildzecken spielt der gemeine Holzbock, Ixodes ricinus, im Kanton Zug die wichtigste Rolle. (Bild: Keystone/Carola Vahldiek)

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) steigen dieses Jahr in der ganzen Schweiz die Meldungen betreffend Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose (siehe Infobox). Beide Krankheiten können durch Zeckenstiche übertragen werden.

Ende Juni 2018 wurden gemäss Lagebericht des BAG bereits 150 Fälle der Zeckenenzephalitis FSME registriert. Zudem verzeichnete das Sentinella-Meldesystem – ein freiwilliges Netzwerk von Hausärzten, die dem BAG wöchentlich die Anzahl Arztbesuche aufgrund von Zeckenstichen melden – bis Ende Juni 21 300 Arztbesuche. Beide Werte seien im Vergleich zu den Vorjahren sehr hoch.

Keine Meldepflicht für Zeckenstiche

Über die Gesamtanzahl der Zeckenstichmeldungen und den damit verbundenen Arztbesuchen im Kanton Zug kann laut dem stellvertretenden Kantonsarzt, Hanspeter Kläy, jedoch keine Auskunft gegeben werden: «Es besteht keine Meldepflicht für Zeckenstiche an den Kantonsarzt und das Bundesamt für Gesundheit. Über die Häufigkeit von Zeckenstichen in den letzten Monaten im Kanton Zug liegen uns deshalb keine Meldungen vor.» Die Krankheit FSME müsse jedoch zwingend von den Ärzten an das BAG und an den Kantonsarzt gemeldet werden. So erhielt der Kantonsarzt 2017 eine einzige FSME-Meldung und dieses Jahr bereits vier. «Der ganze Kanton Zug gilt als Risikogebiet für FSME-Erkrankungen und ist auf der FSME-Landkarte des BAG seit 2013 entsprechend eingezeichnet», erklärt Hanspeter Kläy.

Gemäss den Angaben von Sonja Metzger, Leiterin Marketing, führt auch das Zuger Kantonsspital keine Statistik über Fälle von den Zeckenstichen und deren Krankheiten. Wie jedoch eine Nachfrage unserer Zeitung bei einigen Hausärzten im Kanton Zug ergeben hat, gehen bei den meisten Ärzten vermehrt Arztbesuche oder Anrufe wegen Zeckenstichen ein. So sind bei dem Ärzte-Team Steinhausen vor allem Anfang Jahr vermehrt Patienten wegen vermeintlichen Zeckenbissen vorbeigekommen, welche sich dann aber nur als harmlose Rötung herausstellten. «Seit den erhöhten Anfragen aufgrund von Zeckenbissen fragen wir die Personen zuerst, ob sie sich in dem Wald oder in hohem Gras aufhielten und ob die Zecke entfernt werden konnte. Dann bitten wir sie, die Stelle mit einem Stift einzukreisen», sagt die Praxisassistentin Sarina Henggeler. «Falls sich noch ein Teil des Zeckenkörpers in der Haut befindet, Fieber auftritt oder die Rötung über den eingezeichneten Kreis verläuft, sollten Betroffene auf jeden Fall zum Arzt gehen», fügt sie hinzu.

Mehr Anfragen als in den Vorjahren

Auch die Praxis von Philipp Jandl in Zug, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, bestätigt auf Nachfrage, dass bei Ihnen häufiger Anfragen wegen Zeckenstichen eingegangen sind, als in den Vorjahren. Bei der Anklin Apotheke in Cham hat es ebenfalls vermehrt Anfragen wegen Zeckenstichen gegeben. «Dieses Jahr ist vor allem die Nachfrage nach Impfungen gegen Zeckenstiche bei uns gestiegen. Viele Leute informieren sich mehr über das Thema und sorgen vor», erklärt Larina Guolo, Pharmaassistentin in Ausbildung.

Die Krankheiten

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose werden durch den Stich einer infektiösen Zecke übertragen. Die FSME verursacht grippeähnliche Symptome, Fieber und bei einem Teil der Patienten eine Hirnhautentzündung. Die Impfung wird Menschen ab 6 Jahren, die sich in Risikogebieten aufhalten, empfohlen und die Kosten der Impfung werden für die Bewohner des Kantons Zug von der Grundversicherung übernommen. Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit und wird durch ein Bakterium ausgelöst. Von Personen mit einem Zeckenstich erkranken aber nur 0,3 bis 1,4 Prozent daran. Eine Impfmöglichkeit existiert nicht. Die Symptome reichen unter anderem von grippeartigen Erkrankungen über Kopf- und Gelenkschmerzen, Herzbeschwerden, Gehörprobleme, Lähmungen bis zu weitreichenden neurologischen Ausfällen. Wird Borreliose früh erkannt, kann sie mit Antibiotika behandelt werden. (sf)

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