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Zeichnungen mit fotorealistischer Genauigkeit im Zuger Kantonsspital

Im Zuger Kantonsspital sind ab dem 28. Juni Werke der Künstlerin Federica Gärtner ausgestellt. «WAS WAR IST» bildet den Auftakt zu einer Ausstellungsreihe mit neuen Werken von Zentralschweizer Künstlerinnen und Künstlern.
Federica Gärtner, «Rhetorik der Erinnerung», I-08, 2016, Farbstift auf Papier, 90.5 x 129 cm. (Bild: PD/Federica Gärtner)

Federica Gärtner, «Rhetorik der Erinnerung», I-08, 2016, Farbstift auf Papier, 90.5 x 129 cm. (Bild: PD/Federica Gärtner)

(zim/pd) Die Förderung von Kunst und Kunstschaffenden im Zuger Kantonsspital hat seit dem Neubau des Spitals im Jahr 2008 Tradition. Mit den ausgestellten Werken soll der Austausch unter den Menschen im Spital gefördert und den Betrachtern besondere Erfahrungen und sinnliche Momente ermöglicht werden, heisst es in einer Mitteilung des Zuger Kantonsspitals. Die Ausstellung «WAS WAR IST» ist ab Freitag, 28. Juni, in den öffentlichen Räumen im ersten Obergeschoss des Zuger Kantonsspitals frei zugänglich.

Für das Konzept und die Realisierung der künstlerischen Bespielung wurde die Kuratorin Susann Wintsch beauftragt. Sie hat Kunstgeschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert. Kunst im öffentlichen Raum und Gegenwartskunst in Westasien bilden die Schwerpunkte ihrer beruflichen Tätigkeit. Die Zürcher Kuratorin entschied bereits im Jahr 2008 den Wettbewerb für Kunst am Bau im Zuger Kantonsspital in Baar für sich und war für das inhaltliche Konzept der bisher ausgestellten Werke verantwortlich.

Zeichnungen und Fotografien

Die 1949 in Luzern geborene Künstlerin Federica Gärtner hat von 2016 bis 2018 vier zeichnerische und vier fotografische Werkgruppen geschaffen. Im Zuger Kantonsspital sind nun erstmals und vollumfänglich zu sehen. Die umfangreiche Zusammenschau lässt gemäss Mitteilung «staunen über die Intensität, die Präzision und die Sorgfalt, mit der sich Federica Gärtner der Realität annähert – und dies mit knappsten Mitteln wie etwa mit Hilfe eines einzigen schwarzen oder blauen Farbstifts». Diese Realität aber, welche die Künstlerin mit fast schon fotorealistischer Genauigkeit erfasse, gebe sie jäh auch wieder auf, wenn sie etwa in der Serie «Rhetorik der Erinnerung-I» eine Wurzel im Raum verdunsten lässt, als sei diese eine Fata Morgana, oder wenn sie die zarten, mit Erde umschlossenen Wurzelfäden zu schwarzen Teerklumpen ballt, sodass sie wie rätselhafte Flughunde durch die Lüfte kreisen. Dann wiederum zeichnet die Künstlerin Wurzelstöcke mit feinsten, sich überlagernden Schichten in Marineblau. Nun erinnern sie an ferne Planeten oder Bakterien unter dem Mikroskop, die in der Atmosphäre wuchern («Rhetorik der Erinnerung-II»). Die dritte Wurzel-Serie ist ebenmässiger gewachsen, und so beschreibt der Farbstift die Oberflächen wie Fell- oder Stoffbahnen, die ineinander verschmelzen («Rhetorik der Erinnerung-III»).

Ebenso staune der Betrachter über die Verästelungen der künstlerischen Fantasie, welche die Wirklichkeit nicht nur neu erfinde, sondern auch noch dutzendfach verwandle, umstelle, umräume. Solche Prozesse zeigt die Künstlerin in Arbeiten, die «Situationen», «Station», «Areal», «weisse Schatten» oder «aus der Zeit» heissen. In den Siebdrucken mit dem Titel «Station» etwa spielt ein luftiges Objekt die Hauptrolle. Die losen Bestandteile wurden mit Schnur zusammengebunden und im Atelier der Künstlerin platziert. Auf den einzelnen Blättern könnenachvollzogen werden, dass das fragile Gerüst in immer wieder andere Nachbarschaften, in immer neue Abhängigkeiten und mögliche Dialoge gesetzt wurde. Sein Vorkommen provoziere Ereignisse, die der Sphäre der Träume anzugehören scheinen, doch sind ja auch diese von der Realität durchdrungen.

Hinweis: Ausstellung «WAS WAR IST» vom 28. Juni bis 29. September im Zuger Kantonsspital. Vernissage am Donnerstag, 27. Juni, 17 bis 19 Uhr.

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