ZEUGHAUS: Der Zeughaus-Umbau wird konkret

Am Freitag startet die Baudirektion des Kantons Zug den Projektwettbewerb für den Umbau des kantonalen Zeughauses in Zug. Das Obergericht soll so neue Räumlichkeiten erhalten und damit die Raumnot der Zuger Gerichte gelindert werden.

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Das alte Zeughaus an der Zugerbergstrasse soll Sitz des Obergrerichts werden. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Das alte Zeughaus an der Zugerbergstrasse soll Sitz des Obergrerichts werden. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Der Regierungsrat des Kantons Zug genehmigte laut einer Medienmitteilung der Baudirektion das Wettbewerbsprogramm, sodass das Umbauvorhaben nun öffentlich ausgeschrieben werden kann. Anlass für den Umbau des Zeughauses Zug ist der Platzmangel der Zuger Gerichte. Dies bewog den Regierungsrat im vergangenen Jahr, neue Büroräumlichkeiten zu evaluieren, heisst es in der Mitteilung. Dabei standen zwei Varianten im Vordergrund: erstens die Aufstockung des Gerichtsgebäudes an der Aabachstrasse und zweitens die Verlegung des Obergerichtes ins kantonale Zeughaus Zug.

Da die Verlegung im Vergleich besser abschnitt, beschloss der Kantonsrat, dem Antrag der Regierung zu folgen und den nötigen Objektkredit für Planung und Bau zu bewilligen. Ergänzend zu diesen 11,2 Millionen Franken sprach das Kantonsparlament einen Betrag von 300'000 Franken für die Vorbereitung eines zweistufigen Projektwettbewerbes.

Bis 8. Oktober können sich Unternehmen bewerben
Der Projektwettbewerb wird am Freitag öffentlich ausgeschrieben. Es handele sich um einen zweistufigen Wettbewerb im selektiven Verfahren, so die Baudirektion. Das heisst: In einer ersten Stufe können sich umbauerfahrene Generalplanungsteams für die Teilnahme bewerben. Anhand von Referenzobjekten haben sie bis spätestens 8. Oktober zu belegen, dass sie über die nötige Erfahrung für komplexe Umbauten und den Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz verfügen.

Maximal sechs Teams werden anschliessend die Möglichkeit haben, ein Wettbewerbsprojekt inklusive Kostenschätzung und Terminplan auszuarbeiten. Diese zweite Wettbewerbsstufe wird anonym durchgeführt und den Teams mit je 25'000 Franken entschädigt. Eingabefrist für die zweite Stufe ist der 20. Februar 2009.

Obergericht und Kultur unter einem Dach
Der Regierungsrat werde dem siegreichen Team den Zuschlag für das Bauvorhaben voraussichtlich im Mai 2009 erteilen können, heisst es weiter. Umbaubeginn soll Anfang 2010 sein. Für die bisher im Zeughaus untergebrachten Ämter für Sport beziehungsweise Zivilschutz und Militär konnten laut Mitteilung geeignete Räume in andere Liegenschaften des Kantons gefunden werden.

Das 1897 erbaute Zeughaus an der Kirchenstrasse 6 in Zug ist ein Baudenkmal von regionaler Bedeutung und muss deshalb im äusseren Erscheinungsbild erhalten bleiben. Einzig im Dachbereich sind Eingriffe für eine bessere Belichtung möglich. Gleichzeitig verlangt das neue Energieleitbild des Kantons, dass der Umbau im Minergie-Standard ausgeführt wird.

Das Gebäudeinnere soll vollständig erneuert werden. Das Raumprogramm sieht vor, dass das Obergericht die oberen drei Geschosse inklusive Dachgeschoss belegen wird. Im Sockelgeschoss, wo der ursprüngliche Grossraum wieder hergestellt werden soll, ist eine öffentliche Nutzung für kulturelle Zwecke geplant. Das Sockelgeschoss bleibt vorerst unausgebaut und der Zeughausplatz unverändert, bis die zukünftige Nutzung für Kultur klarer definiert werden kann. Ausbau und Einrichtung des Sockelgeschosses werden deshalb Gegenstand einer späteren Kreditvorlage sein.

ana