Interview
Matthias Winistörfer: «Ziel ist es, wohnortsnah Sprechstunden anzubieten»

Matthias Winistörfer, Direktor des Zuger Kantonsspitals, erklärt, wie es nach dem Ja zum Spital Affoltern aus Zuger Sicht weitergeht.

Cornelia Bisch
Merken
Drucken
Teilen
Matthias Winistörfer

Matthias Winistörfer

Das Spital Affoltern wird nicht geschlossen. An der Abstimmung vom Sonntag sprachen sich die 14 Gemeinden des Knonaueramts mit grosser Mehrheit für den Erhalt des kleinen Spitals und die damit verbundene Gründung der gemeinnützigen Spital AG aus. Im Falle einer Ablehnung wäre die Schliessung des Spitals in seiner heutigen Form erfolgt. Es hätte nur durch eine allfällige neue Trägerschaft fortbestehen können.

Matthias Winistörfer, haben Sie diesen Abstimmungsausgang erwartet?

Nein, nicht in dieser Deutlichkeit.

Was ist aus Ihrer Sicht der Grund dafür? Die finanziellen Folgen für die 14 Gemeinden sind ja nicht unerheblich.

Die Stimmberechtigten haben damit zum Ausdruck gebracht, dass sie weiterhin ein Akutspital im Bezirk Affoltern wollen.

Was genau bedeutet der Entscheid für das Zuger Kantonsspital?

Das Spital Affoltern kann seinen Leistungsauftrag des Kantons Zug als Palliative Care Kompetenzzentrum weiterhin erfüllen. Das Zuger Kantonsspital ist in diesem Bereich ein bedeutender Zuweiser. Ebenso kann die Zusammenarbeit des Zuger Kantonsspitals mit der Akutgeriatrie des Spitals Affoltern weitergeführt werden.

In welchen Bereichen wird die Zusammenarbeit der beiden Spitäler intensiviert?

Betreffend Intensivierung bestehender Kooperationen stehen das Spital Affoltern, das Stadtspital Triemli und Waid Zürich und das Zuger Kantonsspital bereits in Gesprächen.

Sind weitere Bereiche der Zusammenarbeit zwischen den drei Spitälern denkbar?

Ja, betreffend Aufbau neuer Kooperationen finden ebenfalls entsprechende Gespräche zwischen den drei Spitälern statt.

Wird dabei ein gemeinsames Ziel verfolgt?

Gemeinsames Ziel ist es, zukünftig wohnortsnah ambulante Sprechstunden, Abklärungen und Behandlungen anzubieten, die das Spital Affoltern so bisher nicht anbieten konnte.