ZIVILCOURAGE-PROJEKT: Zug will geschlossen gegen Gewalt vorgehen

Rund 250 Persönlichkeiten haben am Freitag an der Eröffnungskonferenz «Zug zeigt Zivilcourage» teilgenommen. Es wurde eine Erklärung ausgearbeitet.

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Gestellte Gewaltszene in einer Unterführung. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Gestellte Gewaltszene in einer Unterführung. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Das Projekt «Gemeinsam gegen Gewalt» steht unter dem Patronat des Gesamtregierungsrates des Kantons Zug und stellt ein regierungsrätliches Schwerpunktthema für 2009 dar. Den Auftakt bildete die Konferenz «Zug zeigt Zivilcourage» am Freitag im Chamer Lorzensaal, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Teilnehmenden hätten in verschiedenen Arbeitsgruppen und Diskussionen gemeinsam nach Lösungen zur Verminderung der Gewalt und Förderung der Zivilcourage gesucht.

Komplexes Phänomen
«Wir haben heute gesehen, dass die Gewaltproblematik äusserst komplex ist und es keine Betty-Bossy-Lösungen gibt», erklärte Sicherheitsdirektor Beat Villiger gegenüber den Medien. Dies ging auch aus den Referaten der bekannten Experten für Jugendgewalt, Dr. Josef Sachs und Werner Graf hervor. Mit ihren Beiträgen alimentierten die Referenten die Arbeitsgruppen, in welchen Grundsätze, Haltungen und Werte diskutiert wurden. Diese bildeten die Grundlage, aus welcher die Journalistin Yvonne Anliker und der Jugendkrimi-Autor Carlo Meier die gemeinsame Erklärung formulierten.

20% weniger Gewalt in 3 Jahren
In einem geführten Podiumsgespräch mit den beiden Fachreferenten, dem Zuger Polizeikommandanten und Projektleiter von «Gemeinsam gegen Gewalt», Karl Walker und dem Jugendanwalt des Kantons Zug, Alex Briner, wurde den anwesenden Führungspersonen aus der Wirtschaft, dem Gewerbe, der Verwaltung, aus Vereinen und der Politik die aktuelle Situation im Kanton Zug und in der Schweiz aufgezeigt. Der Gesamtprojektleiter Karl Walker erklärte, dass man mit dem Projekt «Gemeinsam gegen Gewalt» eine Reduktion der Gewaltstraftaten um 20 Prozent in den nächsten drei Jahren anpeilen wolle.

25'000 Unterschriften angepeilt
Aus den Arbeitsgruppen gingen bereits heute zahlreiche Projektansätze hervor, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Die Vernetzung unter den Teilnehmenden und die Bündelung von Ideen bildete dabei ein wichtiges Element und soll die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der einzelnen Projekte sicherstellen. Zum Schluss der Konferenz wurde die gemeinsame Erklärung «Zug zeigt Zivilcourage» von den Anwesenden unterzeichnet. Vertreter der Wirtschaft wollen nun die Zahl der Unterschriften auf 25?000 verhundertfachen, wie es weiter heisst.

scd