Leserbrief

Zu bestrafen wären wenige, aber leiden sollen nun alle

Zur Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative vom 29.November

Drucken
Teilen

Eins vorweg: Das Ziel der Unternehmens-Verantwortungs-Initiative (UVI) will und kann ich nicht kritisieren. Für mich als Unternehmensberater ist es selbstverständlich, dass ich Verantwortung für meine Empfehlungen übernehme und dafür geradestehe. Wenn sich eine Unternehmung auf Kosten schwächerer ungebührlich bereichert oder sie ausbeutet, muss das Konsequenzen haben.

Meine Erfahrung auf dem Markt zeigt mir, dass nur eine klare Minderheit der Unternehmen für Vergehen im Sinne der UVI bestraft werden würden. Statt die wahren Sünder zur Rechenschaft zu ziehen, würden alle Schweizer Unternehmen unter den Folgen der UVI leiden. KMU jeglicher Grösse stünden bei einem Ja fortan unter demselben Generalverdacht wie riesige Konzerne. Das ist doch nicht verhältnismässig!

Mir fällt auf, dass in letzter Zeit viele Volksinitiativen zu wenig differenziert formuliert sind und unpräzise wirken. Mit einem erstrebenswerten Ziel scheinen sie zwar attraktiv – bei genauerer Betrachtung aber wird klar, dass die Inhalte schwammig formuliert sind und die Forderungen viel zu weit gehen. So ist es auch bei der UVI: Bei dieser handelt es sich um einen regelrechten Rundumschlag gegen die Wirtschaft. Für mich ist klar: Nur weil einige wenige Betriebe sich nicht an die Regeln halten, bedeutet das noch lange nicht, dass wir deswegen alle anderen rechtsschaffenden Unternehmen unter Generalverdacht stellen sollten. Deshalb: Nein zur UVI.

Andreas Blättler, FDP, Neuheim