Leserbrief

Zu jeder Geburt gehört der Tod

«Er starb am Abend, sie am Morgen danach», Ausgabe vom 11. Januar

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Wie kann eine Zeitung einen so unobjektiven, anderthalb Seiten umfassenden Artikel veröffentlichen und dabei Seniorenheime im Allgemeinen und das Betagtenheim Eichhof im Speziellen an den Pranger stellen. Pflegerinnen und Pfleger in Altersheimen leisten einen bewundernswerten Job. In der Coronazeit müsste man diese Leute nicht nur beklatschen, sondern auch besser bezahlen! Dass die Familie Thalmann um ihre Eltern trauert, ist verständlich und nachvollziehbar. Dass man aber im Schmerz nun Schuldige sucht, ist unbegreiflich, zumal diese beiden Personen doch ein Alter erreichen durften (88 und 93 Jahre), das vielen Leuten vergönnt bleibt.

Jeder Todesfall hinterlässt trauernde Menschen. Müsste man sich nicht besser vor Augen halten, dass das ewige Leben für die Erdenbürger nicht vorgesehen ist? Sollten wir nicht einfach dankbar sein, wenn wir die eigenen Eltern lange bei uns haben dürfen und froh sein können, wenn Kinder nicht vor ihren Erzeugern gehen müssen. Zu jeder Geburt gehört der Tod. Die freudigen und traurigen Ereignisse gehören ebenfalls zum Leben wie Krisen, die ausgestanden werden müssen. Hoffen wir, die Coronazeit gehört bald der Vergangenheit an und die Berichterstattungen im Zusammenhang mit dem Virus und den entsprechenden Impfkampagnen werden wieder objektiver ausfallen.

Bruno und Monica Fabbri, Zug