Zürcher PR-Mann schockiert Zuger

Klaus J. Stöhlker schockiert die Zuger mit einer unglaublichen Behauptung: Das Attentat vor zehn Jahren habe nicht alle unglücklich gemacht.

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Umstritten: Unternehmensberater Klaus J. Stöhlker. (Bild: Archiv Neue LZ)

Umstritten: Unternehmensberater Klaus J. Stöhlker. (Bild: Archiv Neue LZ)

Vor kurzem wurde der zehnte Jahrestag des Zuger Attentats begangen, bei dem 15 Menschen ums Leben gekommen sind. Und nun schockiert der Zürcher PR-Mann Klaus J. Stöhlker Überlebende und Hinterbliebene des Anschlags. Auf seiner Website behauptet er, dass seinerzeit nicht alle unglücklich über das Zuger Attentat gewesen wären. Grund: Eine der drei Frauen, die damals ums Leben kamen, habe in Trennung zu ihrem Ehemann gelebt. Ihr Tod habe «viel erleichtert». Der Baarer Witwer dementiert dies vehement.

«Diese Primitivität der Aussagen verdient keinen Kommentar», entrüstet sich Zugs Sicherheitsdirektor Beat Villiger. «Das ist dumm, disqualifizierend und absolut typisch Stöhlker.» Sein Regierungskollege Heinz Tännler, der das Attentat ebenfalls persönlich miterlebt hat, fasst sich noch kürzer: «So eine Aussage zehn Jahre nach dem Attentat ist absolut unnötig.» Weiter möchte er die Angelegenheit nicht kommentieren.

Stöhlker, der sich gemäss seiner Firmenwebseite für einen «der herausragenden Köpfe der europäischen PR-Branche» hält, bestätigt auf Nachfrage die Richtigkeit seiner Zeilen auf seinem Weblog und kann nichts Geschmackloses daran finden. «Ich lebe in der Literatur», beteuert der streitbare PR-Mann, der in der Öffentlichkeit immer wieder durch kontroverse Aussagen auf sich aufmerksam macht.

wh/rem

Das schrieb Klaus J. Stöhlker am 3. Oktober 2011

«Der traurige Vorfall vor zehn Jahren in Zug, wo 15 Menschen, darunter der Attentäter, den Tod gefunden haben, wurde zu Recht beweint. Nicht alle waren damals unglücklich. Mein guter Freund, der vor einer Kampfscheidung stand, verlor bei diesem Vorfall seine Frau. Dies erleichterte viel.» Quelle: stoehlker.ch