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ZUG: 33 Männer bauen Open-Air-Kino auf

Damit Tausende Filmfans das Open-Air-Kino geniessen können, muss es zunächst einmal aufgebaut werden. Am Hafen schwitzten am Donnerstag Gerüst- und Tribünenbauer.
Die Tribüne aufzubauen, kostete die Arbeiter gestern einiges an Kraft und Schweiss (oben). Die Leinwand zu heben, war leichter (unten). (Bilder Werner Schelbert)

Die Tribüne aufzubauen, kostete die Arbeiter gestern einiges an Kraft und Schweiss (oben). Die Leinwand zu heben, war leichter (unten). (Bilder Werner Schelbert)

Susanne Holz

Es ist heiss – endlich ist es Sommer. Freunde und Betreiber des Zuger Open-Air-Kinos hoffen wohl gleichermassen, dass das Wetter so bleiben möge. Und auch die Gerüst- und Tribünenbauer – 33 an der Zahl inklusive Sanitärfachmann, Elektriker, Ton- und Projektionstechniker – scheinen gestern gerne zu schwitzen. Gut gelaunt bauen sie die Tribüne auf und ziehen und heben die grosse Leinwand an ihren Platz – neun Männer von unten, vier von oben. Sie tragen Sonnenbrille, Hut und manche haben auch einen nackten Oberkörper. Einer ist ganz schön hip mit Zottelbart unterwegs – und sieht gerade so aus wie der leibhaftige Leonardo DiCaprio.

Der schöne Leo als Tribünenbauer – auch ohne einen solchen Coup gelandet zu haben, ist Gesamtproduktionsleiter Samuel Hafen guter Dinge. Soeben werden die rund zehn Wassertanks gefüllt, die die Leinwand stabil halten. Die aktuelle Hitze wirft sogleich die Frage auf, ob man diese Tanks denn immer wieder nachfüllen müsse? «Nein», lacht Samuel Hafen, «muss man nicht, das Wasser verdunstet nicht, es hat einen Deckel drauf.»

Samuel Hafen ist seit 22 Jahren für die Gesamtproduktion von 20 Schweizer Open-Air-Kinos zuständig. Und verzeichnet in 22 Jahren keinen einzigen Unfall. Von Mitte Juni bis September geht jeweils die Saison. Samuel Hafen schaut sich die Premiere jedes der 20 Kinos an: aus beruflichen Gründen, um zu schauen, ob irgendwo noch optimiert werden muss, ob beispielsweise genügend Abfallkübel und Regencapes vorhanden sind. Ansonsten kommt der Open-Air-Experte kaum zu einem Kinobesuch – «ich bin den ganzen Sommer unterwegs», schmunzelt er.

Sicherheit hat Priorität

Auch die Sicherheit muss jedes Jahr angepasst werden: «Die Auflagen der Behörden ändern sich oft. Was ja auch verständlich ist, wenn es bei einem grossen Fest beispielsweise die Zelte weggeweht hat – da wird man sensibel.» Rund 65 Tonnen Material bewegen Samuel Hafen und seine Männer heute von 6.30 Uhr in der Früh bis 17 Uhr am Abend. Die Gerüst- und Tribünenbauer hantieren mit Gestänge, Holzbelag, Stühlen – und mit der Leinwand. «Die wiegt nicht viel», lacht der Produktionsleiter. «Aber Eisen und Holz sind schwer.» Damit alles zusammenpasst, muss schon im Vorfeld geplant und gezeichnet werden. So muss der Abstand von der Bühne zur Leinwand stimmen, die sogenannte Projektionsdistanz: «Sonst wird das Bild schief.»

Auch insgesamt muss gut gemessen werden: «Vor allem hier», sagt Samuel Hafen, «wo der Platz relativ beschränkt ist.» Und mit Humor in der Stimme fügt er an: «Ich kann ja nicht den grossen Baum da drüben umsägen, nur weil wir falsch geplant haben.» Doch danach siehts nicht aus an diesem heissen Julitag. Die Tribüne steht schon gegen Mittag, nur die Stühle fehlen noch. «Dieses Jahr haben wir Glück», meint Samuel Hafen. «Bei Regenwetter brauchen wir erstens länger für den Aufbau, und zweitens ist er gefährlicher.»

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