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ZUG 94: Droht Apollo der Sinkflug?

Der Fussball setzt in Zug zu Höhenflügen an: Ein neues Stadion soll gebaut werden – und die erste Mannschaft in die Challenge League aufsteigen. Doch die ambitionierten sportlichen Pläne sind ins Stocken geraten.
Wolfgang Holz
Das Herti-Stadion aus der Luft, Heimstätte von Zug 94. (Bild: PD / Andreas Busslinger)

Das Herti-Stadion aus der Luft, Heimstätte von Zug 94. (Bild: PD / Andreas Busslinger)

Heute spielt Zug 94 gegen Kriens – den unangefochtenen Tabellenführer. Solothurn und Sursee lauten dann die letzten beiden Stationen in dieser Saison. Schicksalsstationen. Denn noch ist längst nicht geklärt, ob der Zuger Fussballverein sein ambitioniertes Saisonziel schafft. Sprich: erstens die Aufstiegsrunde, zweitens den Aufstieg in die Promotionsliga. So lauten bekanntlich die ehrgeizigen Vorgaben des Projekts Apollo.

Vor zwei Jahren wurde Apollo gezündet, um den Fussball in Zug langfristig in eine neue Umlaufbahn zu katapultieren. Indes – die Mannschaft hat in den letzten Spielen unübersehbar geschwächelt. Verunsicherung und Druck lasten plötzlich auf den Schultern der Hellblauweissen. Die Verfolger sitzen ihnen im Nacken. Ist das Projekt im Fall eines sportlichen Scheiterns möglicherweise schon bald nur noch Schall und Rauch – und rückt ein neues Stadion damit in weite Ferne?

«Wenn wir unser Saisonziel Aufstieg in die Promotionsliga nicht schaffen, ist das sicher bedauerlich – aber die Welt geht damit nicht unter», beschwichtigt Zug-94-Präsident Beat Knoblauch. Es wäre auch noch im nächsten Jahr möglich, aufzusteigen. «Ganz abgesehen davon reicht das Projekt Apollo natürlich weit über die erste Mannschaft hinaus mit der beabsichtigten Infrastruktur als auch mit dem Aufbau eines grösseren Sponsorings für den Verein», macht er klar. Er räumt allerdings im gleichen Atemzug ein: «Die erste Mannschaft ist und bleibt natürlich das Aushängeschild.»

Neues Stadion bis 2017

Dem Apollo-Projekt steht in diesem Sinn offenbar noch keine Bruchlandung bevor. «Es hat 2012 begonnen und läuft auf alle Fälle weiter», bekräftigt der Zug-94-Präsident. Der Aufstieg in die Challenge League sei nach wie vor für 2017 terminiert, und man könnte realistischerweise früher auch nicht mit einem Stadionneubau rechnen, rechnet Knoblauch vor. Klar ist: «Die erste Mannschaft kann ja gar nicht in die Challenge League aufsteigen, bevor ein neues Stadion steht.» Im jetzigen Herti-Stadion könne man keine Gäste aus der Challenge League empfangen – dafür würde der Fussballverband kein grünes Licht geben.

Zuerst ein neues Stadion also, dann – irgendwann? – in die Challenge League, und die Sponsoren halten dem Verein solange alle brav die Treue? «Den Sponsoren ist es durchaus bewusst, dass es länger gehen könnte, bis es so weit ist», meint der Zug-94-Präsident.

Doch bis ein neues Stadion gebaut werden kann, müssen der Verein und die Zug 94 Sports & Entertainment AG erst einmal ihre Hausaufgaben machen. Denn die Stadt Zug hat einem zentralen Vorhaben des Vereins eine Absage erteilt: Das neue Stadion darf nicht mittels einer Mantelnutzung in Form der Einmietung eines grossen Detailhändlers wie Coop mitfinanziert werden. Bis im Sommer muss der Verein der Stadt Zug deshalb nun einen anderen Businessplan präsentieren – ohne Mantelnutzung. Dieser wird die Basis für den Entscheid bilden, ob die Stadtväter Zug 94 die kommunale Liegenschaft im Baurecht für ein neues Stadion zur Verfügung stellen.

Gesucht: Ein weiterer Nutzen

«Wir wünschen Zug 94, dass der Verein sowohl den sportlichen Aufstieg schafft als auch sein aktualisiertes Apollo-Projekt umsetzen kann», so der Stadtzuger Finanzchef Karl Kobelt. Er sieht durchaus ein Entwicklungspotenzial für höherklassigen Fussball neben Handball und Eishockey. «Voraussetzung dafür ist allerdings», erklärt der FDP-Stadtrat, «dass der Verein einen betriebswirtschaftlich funktionierenden Businessplan vorlegen kann, dessen Vermarktungsgrundlage für ein neues Stadion nicht nur auf dem sportlichen Erfolg der ersten Fussballmannschaft beruht.» Es müsse ein anderer, nichtsportlicher Nutzen erkennbar sein, der Einnahmen generiere.

Doch welcher nicht­fussballerische Zusatznutzen soll verlässlich Finanzmittel in die Kassen des Vereins spülen? Popkonzerte oder Grossveranstaltungen werden es sicher nicht sein. Das hat schon die Lärmdebatte um die Sprinkleranlage in der Bossard-Arena gezeigt, die nun ja grossveranstaltungstauglich ist. Kobelt: «Ausserdem muss das Konzept von Zug 94 für ein neues Stadion quartierverträglich sein, es muss ein überzeugendes Verkehrskonzept aufweisen, und es muss zonenkonform sein.» Eine Menge Holz. Umso mehr, als die Stadt Zug das Stadionprojekt nur mit dem im Baurecht zur Verfügung gestellten Grundstück unterstützen will, nicht aber mit weiteren Mitteln.

«Das Projekt ist sicher keine einfache Sache», ist Beat Knoblauch von Zug 94 überzeugt. «Aber wir schaffen weiter daran – und wir werden es schaffen.»

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