ZUG: Ab Mittwoch gehört Zug dem Stier

Am Mittwoch beginnt in der Herti der zweitägige Stierenmarkt. Am traditionellen Markt messen sich heuer nebst Stieren aus Fleisch und Blut auch solche aus Plastik. Dies dank dem EVZ und dessen 50-Jahr-Jubiläum.

Charly Keiser
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Rubel ist der Siegermuni des Esaf 2019 in Zug und wird morgen am Stierenmarkt umgetauft. (Bild: Maria Schmid (Unterägeri, 4. September 2017))

Rubel ist der Siegermuni des Esaf 2019 in Zug und wird morgen am Stierenmarkt umgetauft. (Bild: Maria Schmid (Unterägeri, 4. September 2017))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Rund 250 Stiere können am diesjährigen Stierenmarkt, der morgen beginnt, bewundert werden. Dieser wird in Wahljahren jeweils von Politikern gerne genutzt, um Werbung in eigener Sache zu machen. Ist es am bevorstehenden «unrunden» 127. Markt also anders, und dominieren statt Politikern Landwirte und Braunvieh?

Nein. Denn der zweitägige Anlass wird für alle spektakulär. Denn nebst den Stieren aus Fleisch und Blut werden am Mittwoch der Muni des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2019 in Zug (Esaf 2019) getauft und am Donnerstag die besten Kunstwerke der sogenannten Zuger Stierparade prämiert.

Faszinierende Gegensätze

Taufe und Prämierung stehlen den richtigen Stieren aber nicht die Show. Denn auch in diesem Jahr werden «Prachtkerle» am Stierenmarkt zu bewundern sein, und die Ausstellungen, Ehrungen und Auktionen des Braunviehs werden wiederum für viel Spannung sorgen. Ponyreiten, Streichelzoo, Säulirennen, Festwirtschaft und Musik prägen auch heuer den Stierenmarkt. So kommen die Fans und Freunde des Braunviehs voll auf ihre Kosten.

Der Gegensatz der Rohstoffhandelsstadt Zug zum Markt der Kühe und Stiere fasziniert viele. So sitzen an den Mittagen Bauern, Knechte, Banker und Manager an denselben Tischen. Und auch die Politiker lassen sich von Nichtwahljahren immer weniger beeinflussen. Der Besuch des Stierenmarkts Anfang September ist heute fast genauso Pflicht wie der Gang an die Zuger Messe im Oktober. Zurück zur Muni-Taufe: Im letzten Jahr gewann Rubel von Züchter Otto Nussbaumer aus Unterägeri das Muni-Casting am ersten Tag des Stierenmarkts. Heute ist er ein Jahr älter und viele Kilos schwerer, wie ein Besuch in Unterägeri zeigt. Und morgen bekommt Jungstier Rubel, der den beiden Muni-Sponsoren Jego AG und Landis Bau AG gehört und der am Esaf 2019 dem Festsieger als Preis überreicht wird, einen neuen Namen. Die Taufe beginnt um 17 Uhr, dauert bis 20 Uhr und findet in der Arena statt. Interessierte können das Geschehen von ausserhalb der Arena miterleben, die Arena selber ist für geladene Gäste reserviert.

Ebenfalls um 17 Uhr, aber am Donnerstag, stehen die Kunstwerke der Zuger Stierparade im Zentrum des Stierenmarkts. Auf dem Vorplatz der Bossard-Arena werden die bemalten Stier- und Kalbrohlinge prämiert. So gibt es einen Preis für das beste Zuger Sujet, drei Preise für den Publikumswettbewerb und die Prämierung der schönsten Kunstwerke, die tags zuvor von der Jury gesichtet worden sind. «Rund 120 Fiberglasbraunviecher werden zu bewundern sein», sagt Kathrin Sonderegger, Geschäftsführerin des Vereins «kreative Bewegung». «Nicht alle verkauften Stiere sind hier. Viele sind fest montiert oder sind für eine Überraschung gedacht.» Der Verein ist verantwortlich für die Parade, die der Kunst und dem Sportnachwuchs zugutekomme. Ab Donnerstag können rund 50 Stiere oder Kälber auf www.ricardo.ch ersteigert werden. Zum Vergleich: Die ­Cow-Parade in Zürich von 1998 spülte mit 180 Kuh­objekten rund 1,4 Millionen Franken in die ­Kasse.

Hinweis: Das detaillierte Programm des 127. Stierenmarkts ist auf der Webseitewww.braunvieh.chzu finden, alle Infos über die Stierparade unterwww.stierparade.ch.