ZUG: Alkoholmissbrauch von Senioren bekämpfen

Alkoholmissbrauch ist nicht nur ein Jugendproblem. Auch viele Seniorinnen und Senioren greifen häufig zur Flasche. Mit dem Projekt "sensor" will der Kanton Zug nun ältere Menschen mit Alkoholproblemen frühzeitig erkennen und Hilfe anbieten.

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(Symbolbild Keystone)

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Im Kanton Zug leben rund 18'000 Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Mindestens ein Viertel davon trinkt gemäss einer Schätzung des Kantons Zug zu viel Alkohol. Auch Medikamentenmissbrauch ist gemäss einer Mitteilung von Stadt und Kanton Zug vom Donnerstag oft ein Thema.

Auslöser für die Abhängigkeit ist häufig die Pensionierung: Der Wechsel vom Berufsleben ins Rentnerdasein kann belastend wirken. Die Tagesstruktur fällt weg, die soziale Kontrolle nimmt ab und die regelmässigen Kontakte werden seltener.

Der Verlust des Partners, gesundheitliche Probleme oder finanzielle Engpässe können eine Abhängigkeit ebenfalls begünstigen. Weil sich viele Senioren gleichzeitig zurückziehen, bleibt eine Abhängigkeit häufig lange unentdeckt.

Projekt aus dem Kanton Luzern

Mit dem Projekt «sensor» wollen Stadt und Kanton Zug Betroffene und Fachpersonen gezielt auf das Thema aufmerksam machen und vermitteln, wie frühzeitig Hilfe angeboten werden kann. «sensor» richtet sich unter anderem an Mitarbeitende von Spitex und Altersheimen und an andere Bezugspersonen.

Alle stationären und ambulanten Zuger Hilfsangebote beteiligen sich an «sensor». Entwickelt wurde das Projekt vom Kanton Luzern, wo es bereits im vergangenen Sommer eingeführt wurde. Es wird vom Bund finanziell unterstützt.

sda