ZUG: Alle Wege führen über den Verkehrsdienst

Die Veranstalter von Fasnachtsumzügen müssen Strassen sperren und den Verkehr kontrollieren – die Kosten dafür variieren stark.

Luc Müller
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Bei ihrem Umzug setzt die Räbefasnacht Baar auf einen privaten Verkehrsdienst. (Archivbild Stefan Kaiser)

Bei ihrem Umzug setzt die Räbefasnacht Baar auf einen privaten Verkehrsdienst. (Archivbild Stefan Kaiser)

Jetzt ziehen schon bald wieder die Fasnachtsumzüge durch die Strassen – das verursacht Kosten für die Veranstalter. Sobald für einen Anlass öffentliche Gemeinde- und Kantonsstrassen gesperrt werden müssen, ist bei der Zuger Polizei eine Bewilligung einzuholen. Wird diese erteilt, muss ein Verkehrsdienst aufgeboten werden, wie die Sicherheitsdirektion vorschreibt.

Die Veranstalter eines Fasnachtsumzuges müssen die Kosten für den Verkehrsdienst selber tragen. «In Baar haben wir das Glück, dass die Gemeinde die Kosten übernimmt», so Urs Odermatt, Vizepräsident der Fasnachtsgesellschaft Baar. Diese organisiert am Fasnachtssonntag und -montag jeweils einen grossen Umzug durchs Dorf.

Nach Angaben von Baars Gemeindeschreiber Walter Lipp gab die Gemeinde 2012 für den Verkehrsdienst und die Parkplatzeinweisung für beide Umzüge rund 12 000 Franken aus.

22 Franken pro Stunde

Die Baarer setzen seit Jahren dabei neben der Feuerwehr vor allem auf die Mitglieder der Verkehrs- und Parkhelfer Zug (VPZG). Der Verein ist von der Zuger Polizei als Verkehrsdienst anerkannt und somit berechtigt, an Veranstaltungen Strassensperrungen und Umleitungen selbstständig zu regeln. «Jetzt haben wir Hochbetrieb», erklärt Jorma Waltisberg, Leiter Einsatz der VPZG. «Früher haben wir die Zuger Polizei beim Umzug unterstützt, heute übernehmen wir den Einsatz alleine.» Rund 40 Mitglieder zählt der Verein, der Jugendliche im Bereich Verkehrsdienst professionell ausbildet. Alle zwei Jahre wird der Ausbildungsstandard von der Zuger Polizei neu bewertet.

Auch Hilfspolizisten im Einsatz

«Wir sind nicht mit der Zuger Polizei zu vergleichen. Wir können keine Bussen aussprechen. Auch bei Streitigkeiten hat die Polizei andere Möglichkeiten, einzugreifen.»

Die Fasnachtszeit sei eine wichtige Einnahmequelle für den Verein, der selbsttragend ist. Ein Verkehrs- und Parkhelfer kostet pro Stunde 22 Franken, dazu kommt eine einmalige Grundgebühr pro Mann von 22 Franken, wie Jorma Waltisberg vorrechnet. Damit sind die VPZG unschlagbar günstig. Die Sicherheitsassistenten der Zuger Polizei kosten im Vergleich dazu 60 Franken pro Stunde. Die Angehörigen des Verkehrskontrolldienstes haben einen Stundenansatz von 48 Franken, die Zuger Hilfspolizisten kosten pro Stunde 36 Franken. Diese sind unter anderem beim Fasnachtsumzug der Zunft der Letzibuzäli Zug neben den Verkehrskadetten, die in Quartierstrassen beispielsweise nur Ein- und Ausfahrten kontrollieren dürfen, für den Verkehrsdienst tätig. Deren Einsatz wird von der Stadt Zug auf Antrag der Zunft bestellt und schlussendlich auch bezahlt.

«Seit vergangenem Jahr können wir der Stadt einen Antrag stellen, dass sie die Kosten für den Verkehrsdienst übernehmen», berichtet der Zunftmeister Richard Rüegg. 2012 beliefen sich diese Kosten auf rund 3000 Franken.