ZUG: Altes Kantonsspital wird zur Asylunterkunft

Zwei leerstehende Geschosse des ehemaligen Kantonsspitals in Zug werden für die längerfristige Unterbringungen von Asylsuchenden eingerichtet. Der Regierungsrat hat diese Massnahme getroffen, da in den kommenden Monaten weiterhin mit steigenden Zuweisungen des Bundes zu rechnen ist.

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Teile des alten Kantonsspitals in Zug werden zu einer Unterkunft für Asylsuchende umgebaut. (Bild: WErner Schelbert / Neue ZZ)

Teile des alten Kantonsspitals in Zug werden zu einer Unterkunft für Asylsuchende umgebaut. (Bild: WErner Schelbert / Neue ZZ)

Aktuell stellt der Kanton Zug zusammen mit den elf Einwohnergemeinden in rund 50 Unterkünften etwa 700 Plätze für Asylsuchende zur Verfügung. All diese Unterkünfte sind voll und mögliche Optionen zur Verdichtung ausgeschöpft. Die hohe Zahl an Personen, die untergebracht werden müssen  liegt deutlich über der aktuellen Kapazität, heisst es in einer Medienmitteilung er Baudirektion vom Montag.

Rückgriff auf Notfallplanung

In dieser Situation beschloss der Regierungsrat vor wenigen Tagen, auf seine Notfallplanung zur Unterbringung von Asylsuchenden zurückzugreifen. Ein Notfall tritt dann ein, wenn der Kan-ton Zug innert weniger Monate eine Zuweisung von 100 Asylsuchenden zu bewältigen hat. Im Hinblick auf dieses Szenario beauftragte die Regierung die Baudirektion schon im Juli 2011, eine Unterkunft für 50 bis 100 Personen bereitzustellen. Zudem wurde verlangt, die Räume so vorzubereiten, dass sie innerhalb von vier bis sechs Wochen betriebsbereit sind.

Im ehemaligen Kantonsspital an der Artherstrasse 27 in Zug standen zwei Geschosse leer, die den Voraussetzungen genügten und die für den Bedarf im Notfall reserviert werden konnten. Für allfällige Baumassnahmen erteilte die Stadt Zug die entsprechende Baubewilligung.

Nutzung als reguläre Unterkunft

Der Regierungsrat plant, die leerstehenden Geschosse nicht nur für den kurzfristigen Notfall zu nutzen, sondern als reguläre Asylunterkunft für ca. 50 Personen. Die dafür notwendige Baubewilligung wurde bereits  verlängert.

Im Erdgeschoss des Seeflügels können 24 Personen untergebracht werden, im dritten Obergeschoss des Südflügels 28. Diese Zahlen gelten für eine längerfristige Beherbergung. Im Notfall liesse sich die Kapazität auf 100 Personen erweitern, heisst es in der Mitteilung weiter. Das heisst, im Seeflügel könnten bis 40 Personen Platz finden, im Südflügel bis 60 Asylsuchende.

Ergänzend zur bestehenden Infrastruktur werden in den kommenden Wochen zusätzliche Einrichtungen zum Kochen, Waschen und Duschen eingebaut. Dazu kommen Brandmeldeanlagen und weitere Anpassungen für den Feuerschutz.

Erste Etappe Anfang Oktober betriebsbereit

Die Arbeiten werden in zwei Etappen ausgeführt. Gemäss Terminplanung wird ein erster Teil der Unterkunft Anfang Oktober bezogen werden können; der zweite Teil steht ab Mitte November zur Verfügung. Für die baulichen und sicherheitstechnischen Massnahmen sowie für die betrieblichen Einrichtungen hat der Regierungsrat insgesamt 350'000 Franken bewilligt. Diese Kosten gehen zu Lasten der Investitionsrechnung der Baudirektion. Der Aufwand für die Grundausstattung der Zimmer im Betrag von ca. 100'000 Franken sowie die Kosten für die Betreuung der Asylsuchenden während 24 Stunden an 365 Tagen werden der Laufenden Rechnung der Direktion des Innern belastet.

pd/zim

Zug rechnet mit Zuweisung von 336 Asylsuchenden

pd/zim. Nachdem die Zahl der Asylgesuche ab Mitte 2012 kontinuierlich zurückgegangen ist, nehmen die Anträge seit April dieses Jahres wieder deutlich zu. Der Bund hat deshalb die Kantone aufgefordert, vorsorgliche Massnahmen zu ergreifen, um die Aufnahmebereitschaft zu sichern. Die Prognosen des Bundesamtes für Migration gehen davon aus, dass im laufenden Jahr schweizweit rund 24'000 Personen um Aufnahme nachsuchen werden. Für den Kanton Zug bedeutet dies, dass er laut Verteilschlüssel mit der Zuweisung von 336 Personen (1,4 Prozent) zu rechnen hat.