ZUG: Am Samstag steigt die letzte Party

Wegen unvermittelter Kündigung schliesst das Restaurant Da Nevi im Gotthardhof und somit auch das «Biggies». Eine junge Zuger Szene verliert ihre Stammbar.

Andreas Faessler
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Das «Biggies» muss dichtmachen. Heute Abend ab 22 Uhr wird hier zum letzten Mal gefeiert. (Bild: Maria Schmid (Zug, 24. Februar 2017))

Das «Biggies» muss dichtmachen. Heute Abend ab 22 Uhr wird hier zum letzten Mal gefeiert. (Bild: Maria Schmid (Zug, 24. Februar 2017))

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Es war ein kurzes Intermezzo: Nach nicht mal eineinhalb Jahren Betriebszeit muss das «Biggies» dichtmachen. Die Bar und Lounge im Sous-Sol des Restaurants Da Nevi im Gotthardhof startete ihren Betrieb am 25. September 2015. Mit Rap, Hip-Hop, R&B, Funk, House und sonstigem Partysound und illustrem DJ-Aufgebot lockte der Club ein junges, ausgehfreudiges Publikum an, das hier wochenends bis in die frühen Morgenstunden zu feiern wusste. Der Name des Lokals ist eine Reminiszenz an Christopher George Latore Wallace aka «Biggie Smalls», eine 1997 ermordete US-Rap-Ikone.

Schnell sicherte sich das «Biggies» einen fixen Platz im ansonsten eher mauen Ausgeh­angebot Zugs für die junge Generation – dies an top Lage. So etwas habe Zug schon lange gefehlt, vernahm man aus ihren Reihen wiederholt. Die Zukunft des Clubs stand diesbezüglich unter einem sehr guten Stern.

Die Bar im Untergeschoss gehört zum darüberliegenden Restaurantbetrieb. Dessen Mieter ist unerwartet gekündigt worden, über die Hintergründe ist derzeit nichts Genaueres bekannt. Und da der Betreiber des «Biggies», Kreshnik «Niki» Osmani, selbst nur Untermieter ist, betrifft ihn diese Kündigung folglich genauso. Sie sei so unvermittelt gekommen, sagt er. «Dass die Schliessung ausgerechnet in die Fasnachtszeit fällt, ist besonders ungünstig», sagt Kreshnik. Er bedauert das Ende des «Biggies» sehr, hatte er es doch seinerzeit auf Eigeninitiative ins Leben gerufen und mit viel Herzblut betrieben. Nikis Brüder halfen tüchtig mit, wenn arbeitsmässig Not am Manne war. Auch Freunde packten bei Bedarf mal mit an. Die Location war schnell zu einem Treffpunkt für die besagte Klientel geworden, welche die familiäre, lockere Atmosphäre und natürlich vor allem den Sound schätzte. Sie alle verlieren Samstagabend nach der letzten Party «Ready to die» (ab 22 Uhr) ihr «Biggies».

Und doch bleibt ein Lichtblick: Kreshnik Osmani will nach einer neuen Location Ausschau halten, wo der Club oder zumindest dessen Konzept weiterleben soll. Überstürzen will er jedoch nichts. «Die Lage und die Infrastruktur hier am Bundesplatz waren zu gut, um einfach das Erstbeste zu nehmen.» Kurzum: Wenn schon, dann soll das «Biggies» an einem ebenso passenden Ort weiterleben. Sollte das in absehbarer Zeit nicht umsetzbar sein, so überlegt Niki, mit entsprechenden Events die junge Zuger Szene bei Laune zu halten.