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ZUG: An der Kunstpause gibts eine Sause

Bis Sonntag präsentieren 20 junge Künstler in der Shedhalle ihre Werke. Neben der bildenden Kunst erwartet die Besucher Grafik, Design, Musik, Improtheater und Performance.
Redaktion@zugerzeitung.ch
Hannah Schneidt, OK-Mitglied der Kunstpause, führt durch die Räume. (Bild: Rolf Fassbind (Zug, 22. Oktober 2017))

Hannah Schneidt, OK-Mitglied der Kunstpause, führt durch die Räume. (Bild: Rolf Fassbind (Zug, 22. Oktober 2017))

Der amerikanische Präsident Trump begrüsst am Eingang der Shedhalle die Besucher der 13. Kunstpause. Natürlich nicht persönlich, sondern als bewegliche Schiessbudenfigur: Aber Waffen gibt es keine. Dazu ertönt Trumps «Make Amerika ...». «Das müssen wir dieser Tage nun oft hören», sagt lachend Samantha Heller, eine der Kuratorinnen der Ausstellung. Das ironische Werk ist von Ian Hager, der sich mit dem Zusammenleben in der Gesellschaft befasst. Von ihm stammen auch die witzigen Tipps zur Selbstdarstellung.

Der Hünenberger ist einer der 20 Künstler zwischen 22 und 36 Jahren, welche dieses Wochenende an der Kunstpause 2017 teilnehmen. Gestern fand die musikalisch und tänzerisch umrahmte Vernissage statt.

Interpretationen von Grow together

Das aktuelle Thema baut auf dem letztjährigen – «Begegnung» – auf. So sind spannende und witzige Interpretationen von «Grow together» zu sehen. Auch heuer überraschen die jungen Künstler mit einer Ausdrucksvielfalt, die neben der bildenden Kunst Fotos, Grafik und Design sowie Performance und Musik umfasst.

So hat Dominique Weiss monatelang vom Gleis 3 Bilder mit dem selben Ausschnitt der Chamer Landschaft fotografiert und zum eindrucksvollen Gesamtwerk zusammengefügt. Für sie sei es ein Bild der Zeit und des Wachstums, wo sich Orte und Kulturen ständig wandelten.

Ein weiteres Fotoprojekt hat Nora Nussbaumer, Zug, realisiert und die Schwestern Christina und Mirjam Plüss für deren CD-Booklet porträtiert. Die ganze Fotoserie ist hier ausgestellt. Erstmals zeigt Muriel Anna Johns­ton, Zug, ihre Arbeiten öffentlich: Auf der dreiteiligen poetischen Acrylarbeit verschmelzen die Schichten wie Lebenswege.

Seit einigen Jahren können sich nicht nur Künstler aus der Region Zug für die Teilnahme an der Kunstpause bewerben, sondern aus der ganzen Schweiz. Wie es seitens der Organisation heisst, geht die Ausschreibung an die Kunstschulen und wird auf Facebook veröffentlicht.

Zu den Auswärtigen gehört Vera Frasson, Obernau LU, die in einer Serie detailliert zeigt, wie ein Chip-Implantat in eine Hand eingesetzt wird. Das sei nicht futuristisch, sondern schon heute umsetzbar, um das Handy zu aktivieren. Laut der Kuratorin hat Vera Frasson das ausprobiert.

Team ist sehr engagiert

Hintergründig ist ebenso die Arbeit von Isabella Hügli, Wallis. Sie hat den Flucht- und Leidensweg von drei ostafrikanischen Menschen mit farbigen Garnen, zwar ohne Namen, aber detailliert anhand von drei Axen (Distanz, Zeit und Gefahr) aufgezeigt.

Nicht verpassen sollte man auf der Terrasse draussen die filigrane Installation «HS» von Gabriela Rutz, Zürich. Sie hat dort einen aussergewöhnlichen Begegnungsort geschaffen. An Pfosten ist ein luftiges Stoffdach befestigt, das mit dem Wind spielt und den Raum immer wieder verändert. Der Platz darunter oder rings her­um lädt zum Verweilen ein.

Das unter der Leitung von Timon Sager stehende sechsköpfige Team der Kunstpause setzt sich sehr engagiert dafür ein, jungen Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten. Gerade Jüngeren bietet die Ausstellung die Chance, Erfahrungen zu sammeln und sich erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Samantha Heller betont: «Un­ser Ziel sind neue, junge Künstler. Aber wir begleiten ebenso gerne die Entwicklung bereits etablierter Kunstschaffender.» In den 13 Jahren der Kunstpause habe man dies bei einzelnen gut mitverfolgen können. Wichtig ist ihr aber auch der Hinweis auf das umfangreiche Rahmenprogramm mit der Kunstsause am Samstag: «Kunst muss gefeiert werden.»

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

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