Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Anklägerin kämpft für lebenslängliche Verwahrung von Doppelmörder

Die Anklägerin im Zuger Doppelmord hat am Donnerstag vor dem Zuger Obergericht unterstrichen, dass nur eine lebenslängliche Verwahrung den Beschuldigten von weiteren schweren Taten abhalten könne.
In dieser Attikawohnung am Eschenring in Zug hat sich der Doppelmord zugetragen. (Bild: Werner Schelbert)

In dieser Attikawohnung am Eschenring in Zug hat sich der Doppelmord zugetragen. (Bild: Werner Schelbert)

In der Befragung habe man «eine eindrückliche Demonstration der Persönlichkeitsstörung» des Beschuldigten erhalten, sagte Staatsanwältin Gabriela Alther in ihrem Plädoyer: Er behaupte nach wie vor Sachverhalte, die «schlicht hanebüchen» seien. Und er suche noch immer den Fehler «überall, nur nicht bei sich selbst».

In der Berufungsverhandlung wiederholte sie deshalb ihre Anträge auf lebenslängliche Freiheitsstrafe mit anschliessender lebenslanger Verwahrung, die sie bereits vor dem Strafgericht gestellt hatte. Dieses hatte zwar eine lebenslängliche Freiheitsstrafe erlassen, dazu aber eine herkömmliche Verwahrung angeordnet. Hierbei wird periodisch geprüft, ob ihre Fortsetzung noch angebracht ist.

Beim heute 50-jährigen mehrfach vorbestraften Beschuldigten hatten zwei Gutachter eine dissoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Beide beurteilten die Gefahr von erneuten schweren Taten als hoch.

Erfolglose Forderung nach Verschiebung

Am Vormittag hatte nur der amtliche Verteidiger den Beschuldigten zur Tat befragt. Er hat auf Wunsch des Beschuldigten dessen ersten Verteidiger abgelöst. Der streckenweise eingeübt wirkende Frage-und-Antwort-Dialog hatte anscheinend vor allem den Zweck, den ersten Anwalt in Misskredit zu bringen. Er wurde als uninteressiert und wenig engagiert dargestellt.

Rechtsanwalt Daniel U. Walder forderte erfolglos eine Vertagung der Verhandlung. Er verlangte lückenlose Einsicht in sämtliche zentral deponierte Akten. Sie könnten Aufschluss geben darüber, ob der Beschuldigte tatsächlich - wie er behauptet - ein Verhältnis hatte mit seinem wohlhabenden Opfer.

Der Antrag werde im Rahmen der Urteilseröffnung eingehend geprüft, sagte der Vorsitzende. Der Prozess ist auf zwei Tage angelegt. Ob das Urteil bereits am Freitag eröffnet wird, ist ungewiss.

Der Beschuldigte seinerseits präsentierte sich als durchaus kooperativ und willens, die Taten aufzuklären. Allerdings setzt sein Erinnerungsvermögen exakt unmittelbar vor der ersten Tötung aus. Er habe nur einzelne Bilder im Kopf. Sein Geständnis zu Beginn der Ermittlungen basiere deshalb nicht auf Erinnerungen, sondern er habe sich den Tathergang aus den Erinnerungsbruchstücken zusammengereimt.

Zwei Frauen erdrosselt

Am 17. April 2009 betrat der Beschuldigte gemäss erstinstanzlichem Urteil in Zug die Wohnung einer vermögenden 54-jährigen Frau, die ihn als Handwerker kannte. Mit eigens mitgebrachten Schnüren fesselte und erdrosselte er die Frau. Die 36-jährige Haushaltshilfe tötete er, indem er ihr ein Wäschestück um den Hals zurrte.

Aus der Wohnung raubte er Wertgegenstände und Kreditkarten und legte anschliessend einen Brand, der die Spuren vernichten sollte, aber bald verlöschte. Am 23. April 2009 wurde der Mann verhaftet und sitzt seither in Haft – seit Jahren im vorzeitigen Strafvollzug.

sda

Hinter diesen Mauern wird über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Hinter diesen Mauern wird über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.