ZUG: Archäologen machten aufsehenerregende Funde

Ein kleiner Silberschatz, Mammutknochen, Siedlungsüberreste und historische Häuser: Das Jahr 2015 war aus archäologischer und bauhistorischer Sicht des Kantons Zug «ertragreich und spannend».

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Zwölf Silberpfennige, die man im Gebiet Morgarten gefunden hat. (Bild: Keystone / Res Eichenberger)

Zwölf Silberpfennige, die man im Gebiet Morgarten gefunden hat. (Bild: Keystone / Res Eichenberger)

«Die Arbeit von Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege ist und bleibt spannend und bietet einen faszinierenden Einblick in unsere reiche und gemeinsame Vergangenheit», bilanziert Stefan Hochuli, Leiter des Amts für Denkmalpflege und Archäologie. Der Kanton Zug besitze reichhaltige und vielfältige historische Bauten und archäologische Fundstätten. Diese seien durch die hohe Bautätigkeit stark bedroht. Nur die wenigsten Objekte könnten erhalten werden.

Im Sommer wurden auf einer Baustelle in Rotkreuz durch Zufall die Überreste eines Mammuts entdeckt. Knochen und Stosszahn stammen von einem ausgewachsenen Mammutbullen. Dieser dürfte über drei Meter hoch und fünf bis acht Tonnen schwer gewesen sein. Das Exemplar lebte vor rund 17'000 Jahren und ist wohl eines der letzten seiner Art auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.

Von besonderer Bedeutung waren laut Mitteilung auch archäologische Überreste, die beim Kiesabbau im Weiler Oberwil bei Cham ergraben und dokumentiert wurden. Bereits früher gefunden wurden Teile eins Friedhofs mit Urnengräbern sowie Siedlungsreste aus verschiedenen Epochen der Bronzezeit. Die nun jüngst gemachten Funde dienen als weitere Puzzlesteine bei der Rekonstruktion von Hausgrundrissen für die Zeit um 1500 vor Christus.

Unter dem Motto «Abenteuer Geschichte» und im Hinblick auf die 700-Jahre-Feier der Schlacht am Morgarten hat das Zuger Amt in Zusammenarbeit mit dem Kanton Schwyz im Frühjahr 2015 Untersuchungen im vermuteten Schlachtgebiet durchgeführt. Erstmals wurden im Gebiet Morgarten Objekte gefunden, die aus der Zeit um 1315 stammen und wissenschaftlich dokumentiert sind. Nebst einem kleinen Schatz aus Silbermünzen konnten Dolche, Sporen und Pfeilspitzen geborgen werden.

Im Vorfeld von Umbauvorhaben und von Abbrucharbeiten fanden 2015 auf dem gesamten Kantonsgebiet auch verschiedene bauhistorische Untersuchungen statt. Die Ergebnisse zeugen von einer äusserst vielfältigen Baukultur aus fünf Jahrhunderten, heisst es in der Mitteilung weiter.

In der Stadt Zug stand im vergangenen Jahr ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert im Fokus, eine herrschaftliche Wohnbaute aus dem 18. Jahrhundert in Edlibach und ein Haus, das im 19. Jahrhundert nach der Vorstadtkatastrophe über den Zugersee transportiert und in Hünenberg wieder aufgestellt wurde.

pd/rem

Hinweis: Öffentlicher Vortrag von Stefan Hochuli, Leiter Amt für Archäologie und Denkmalpflege am Sonntag, 24. Januar um 15 Uhr im Wilhelm-Gebäude an der Hofstrasse 20, in der Aula (gegenüber Museum für Urgeschichten).

Erstmals wurden im Gebiet der Schlacht am Morgarten Objekte gefunden, die aus der Zeit um 1315 stammen könnten und wissenschaftlich dokumentiert sind. Geborgen wurden unter anderem Silbermünzen, Dolche und Pfeilspitzen. (Bild: Quelle: Amt für Denkmalpflege und Archäologie Zug)

Erstmals wurden im Gebiet der Schlacht am Morgarten Objekte gefunden, die aus der Zeit um 1315 stammen könnten und wissenschaftlich dokumentiert sind. Geborgen wurden unter anderem Silbermünzen, Dolche und Pfeilspitzen. (Bild: Quelle: Amt für Denkmalpflege und Archäologie Zug)

Der Mammutzahn, der im Sommer 2015 in Rotkreuz gefunden wurde, ist gut 17'000 Jahre alt. (Bild: Quelle: Amt für Denkmalpflege und Archäologie Zug)

Der Mammutzahn, der im Sommer 2015 in Rotkreuz gefunden wurde, ist gut 17'000 Jahre alt. (Bild: Quelle: Amt für Denkmalpflege und Archäologie Zug)