ZUG: Arenaplatz wird bald von 11'000 Besuchern bevölkert

Der morgige Auftritt von Andreas Gabalier ist ausverkauft. In der Nachbarschaft ist man über den Anlass wenig erfreut – allerdings nicht wegen des Konzerts.

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Bereits seit Dienstag wird auf dem Arenaplatz aufgebaut. (Bild Werner Schelbert)

Bereits seit Dienstag wird auf dem Arenaplatz aufgebaut. (Bild Werner Schelbert)

Er gehört zu den Grossen in der Volksmusikszene und bewegt sein Publikum mit Zeilen wie «So liab hob i di», «I steh auf di» oder «I sing a Liad für di». Und morgen Abend wird der österreichische Sänger Andreas Gabalier diese und andere Stücke auf dem Zuger Arenaplatz zum Besten geben. Nach seiner Vorband, dem Schweizer Sänger Trauffer, steht der 31-Jährige von 20.30 bis etwa 23 Uhr auf der Bühne, um die Massen zu begeistern. Das Wort Massen ist in diesem Zusammenhang durchaus bewusst gewählt, denn die Veranstalter rechnen mit rund 11 000 Konzertbesuchern. «Das Konzert ist komplett ausgebucht», sagt Catherine Bloch, Geschäftsleiterin von Culture Communication GmbH, die den Anlass organisiert.

In der Nachbarschaft rund um den Arenaplatz hat man sich auf diesen Publikumsaufmarsch, bereits seit im Januar bekannt wurde, dass der Volksmusikstar in Zug auftreten wird, eingestellt. Trotzdem staunten einige der Anwohner nicht schlecht, als sie Anfang Woche ein Infoschreiben der Veranstalter im Briefkasten fanden. Zu reden gibt dabei vor allem das, was unter dem Titel «Aufbau- und Abbauplan» zu lesen ist. So schreiben die Veranstalter, dass sie anschliessend an das Konzert in der Nacht auf Samstag mit dem Abbau der Licht-, Ton- und Videoanlage beginnen. Dauer: bis zirka 3 Uhr. Die Arbeit wieder aufnehmen werden sie am Samstag um 7 Uhr in der Früh.

Nachtruhe von 4 Stunden

«Das ist schon etwas dicke Post», findet ein Nachbar, der in einer Wohnung an der General-Guisan-Strasse gleich vis-à-vis dem Arenaplatz wohnt (Name der Redaktion bekannt). Er habe überhaupt nichts gegen das Konzert oder den Anlass. «Ich finde es toll, dass auf dem Platz was läuft», betont er und versichert, dass das auch viele seiner Nachbarn so sehen würden. «Ein Konzert bis 23 Uhr an einem Freitagabend, das liegt ja auch drin, das ist lärmtechnisch kein Problem für uns.» Die Abbauzeiten allerdings gehen dem Zuger zu weit. Er könne zwar noch nachvollziehen, dass der Veranstalter am Samstagmorgen früh mit den Arbeiten beginnen wolle und müsse. «Dass man aber am Freitag bis 3 Uhr nachts abbaut und wir damit faktisch nur eine Nachtruhe von 4 Stunden haben, das geht nicht», betont er.

Auch über die Art und Weise, wie man darüber informiert worden sei, ärgert sich der Anwohner. «Es wurde ganz unten auf dem Infoblatt erwähnt.» Er geht davon aus: «Das war Absicht, damit man es überliest.» Und das habe funktioniert. «Ich habe mich mit zwei Nachbarn unterhalten, und die haben diesen Abschnitt prompt übersehen.» Auch sie hätten das Ganze als Zumutung empfunden. «Es würde mich sehr interessieren, was die Stadt dazu sagt. Denn wenn man solche Zeiten zur Norm bei Veranstaltungen machen will, dann müssen wir Nachbarn uns wehren.»

Nachtruhe sei heilig

Von einem neuen Regelfall will der Stadtrat aber nichts wissen. Die Nachtruhe sei ihm heilig, betont Urs Raschle, Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit. Die Aufbau- und Abbauzeiten seien allerdings trotzdem bewilligt worden. «Es wurde eine Ausnahme gemacht», so Raschle. Grund dafür sei, dass sich Gabalier auf einer Tournee befinde. Da sei es wichtig, dass die Bühne möglichst bald wieder an einem anderen Ort aufgestellt werden könne. «Für die Bühnenverantwortlichen ist ‹Zeit Geld›, weshalb diesem Wunsch entsprochen worden ist», sagt der Sicherheitschef. Und er verweist dabei gleich noch auf ein anderes Beispiel: «Beim Zirkus Knie ist es ähnlich. Dieser baut jeweils direkt nach der letzten Vorstellung in die Nacht hinein ab, um weiterziehen zu können. Dies ist der ‹Preis› für ein attraktives und bestimmt sehr tolles Konzerterlebnis», so Raschle.

Ruhige Arbeiten

Als «ganz normal» bezeichnet Catherine Bloch die Aufbau- und Abbauzeiten. «Bei Open-Air-Veranstaltungen muss es immer schnell gehen. Da wird meist bis in die Nacht hinein abgebaut», so Bloch weiter. Bei den angegebenen Zeiten handle es sich ausserdem um Richtzeiten. «Wir haben die Bewilligungen bis und ab dann erhalten. Es kann aber durchaus auch sein, dass die Arbeiten am Freitagabend schon gegen 1 Uhr oder wenig später abgeschlossen werden können», beruhigt Bloch. Ausserdem, so betont sie, handle es sich dabei nicht um lärmintensive Tätigkeiten. «Das wird alles ziemlich ruhig über die Bühne gehen», weiss Bloch aus Erfahrung. Dass es in der Nachbarschaft zu Diskussionen über das Vorgehen gekommen ist, bedauert Bloch. Sie betont aber: «Das ist nicht bis zu uns durchgedrungen. Wir haben weder Anfragen noch Reklamationen erhalten.»

Anreise mit Bus oder Bahn

Anlass st. Der Konzertabend auf dem Zuger Arenaplatz beginnt morgen um 19 Uhr. Auf der Bühne steht dann bis 20 Uhr Trauffer. Der Brienzer bietet Schweizer Mundart-Pop sowie Volkstümliches. Ab 20.30 Uhr bis zirka 23 Uhr steht dann der eigentliche Star des Abends auf der Bühne: der Österreicher Andreas Gabalier.

Mehrere Verbindungen

Aufgrund des grossen Publikumsaufmarsches – das Konzert ist ausverkauft, gerechnet wird mit rund 11 000 Personen – raten die Veranstalter, für die Anreise den öffentlichen Verkehr zu benützen. Mit den Zügen der SBB und der Zuger Stadtbahn gelangt man zur Station Schutzengel oder zum Bahnhof Zug. Beide Stationen befinden sich in Gehdistanz zum Arenaplatz. Ausserdem fahren auch die Busse der Zugerland- Verkehrsbetriebe praktisch direkt zum Konzert. Gute Verbindungen gibt es mit den Linien 6 (Richtung Steinhausen) oder 11 (Richtung Herti). Beide Busse halten an beim Stadion.

Samantha Taylor