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ZUG: Armee speist Zuger Lehrlinge

Angehende Küchenchefs der Armee haben die Lehrlinge des GIBZ verwöhnt. Vielleicht findet sich darunter ja der stets benötigte Nachwuchs.
Für einmal gibt das Militär in der GIBZ-Kantine Essen an die Lehrlinge aus. (Bild Stefan Kaiser)

Für einmal gibt das Militär in der GIBZ-Kantine Essen an die Lehrlinge aus. (Bild Stefan Kaiser)

Lionel Hausheer

Mit stiller Präzision arbeiten die Köche des Küchencheflehrgangs. Auf engstem Raum bereitet die Schweizer Armee das Mittagsmenü für das Gewerblich Industrielle Bildungszentrum (GIBZ) Zug zu. Von Stress, Schweiss und Hektik ist jedoch nicht viel zu sehen. Sascha Heimann ist der zuständige Ausbildner der angehenden Küchenchefs und sieht den Grund dafür im militärischen Drill. «Wir wollen in diesem Lehrgang vor allem auch genau diese Abläufe vermitteln.» Braten, brutzeln und würzen können seine Schützlinge nämlich durchaus, sind sie doch beinahe alle fertig ausgebildete Köche. «Jedenfalls kommen alle aus dem Lebensmittelbereich, bei uns sind konkret noch ein gelernter Bäcker und ein Metzger dabei.» Wer kochen kann, wird auch im Militär kochen. Und zur Not greift man gerne auch auf fachverwandte Berufe zurück, wie eben Bäcker und Metzger, denn die Not ist gross. Sascha Heimann: «Dass wir auf gutes Kader angewiesen sind, ist kein Geheimnis.»

Networken im Militär

Genau diesen potenziellen Kaderleuten hofft man mit Aktionen wie dem Show-Kochen am Zuger GIBZ die Funktion Truppenkoch schmackhaft zu machen. Stabsadjutant Daniel Marti als Kopf der Kochtruppe spricht von vielen Vorteilen, die den Truppenköchen zugutekommen. Ein Beispiel sei – ganz zeitgemäss – das Networking. Also das Vernetzen und Kennenlernen unter Berufskollegen. «Im Gastrobereich kennt man sich grundsätzlich eher gut untereinander. Da hilft halt auch das Militär manchmal mit.» Schlussendlich aber brauche man Kader, und dafür sei Öffentlichkeitsarbeit ein Muss. «Wir wollen natürlich zeigen, was wir tun», sagt Daniel Marti.

Ausgerüstet sind sie gut, die Köche der Schweizer Armee. Wer Campingkocher und Improvisation erwartet, ist eindeutig auf dem Holzweg. Dank Diesel als Energielieferant und einem ausgeklügelten Abwassersystem kann überall und immer gekocht werden. Sascha Heimann ergänzt: «Es ist schlussendlich immer ein Hol-Prinzip. Wir sind also in einer Scheune oder in einem Hof, und die Truppen kommen zu uns und holen ihr Essen.» Die Qualität des Essens wird wohl Geschmackssache bleiben. Die Feldküche musste jedenfalls schon lange dem mobilen Verpflegungssystem weichen, die mobile Kantine steht in punkto Ausrüstung einer regulären Grossküche in nichts nach. Im Innern erinnern einzig Details daran, dass es hier doch noch um die Verpflegung der Armee durch Angehörige der Armee geht. So findet zum Beispiel kein Morgenbriefing durch den Küchenchef statt, sondern – ganz im passenden Jargon – die Befehlsausgabe für die nächste Mahlzeit.

Fünf Personen für vier Menüs

Ludy Wilmes ist normalerweise der Mann im GIBZ, wenn sich die Themen gegen Mittag um Hunger und Essen drehen. «Es ist eindrücklich, zu sehen, wie eine ganze Küche mit Diesel funktioniert und so mobil bleibt», bemerkt er staunend. Ebenfalls staunt er über den Personalaufwand der Armee. «Wir kochen normalerweise vier Menüs pro Mittag und haben dafür fünf Personen zur Verfügung.» Und wie klappt denn das bei ihm mit so wenigen? Ludy Wilmes lacht: «Das muss gehen. Mehr kann man sich eigentlich gar nicht leisten, das wäre niemals wirtschaftlich.»

Die angehenden Truppenköche begnügen sich heute mit einem Menü. Es gibt Gemüsereis mit Poulet an Currysauce. Zum Dessert Süssmostcreme und die obligaten Militärbiskuits. Und wie stehts mit Vegetariern im Militär? Die Soldaten hinter der Essensausgabe schauen sich an. Sascha Heimann kommt schliesslich mit der Antwort: «Normalerweise kochen wir für verschiedene Bedürfnisse wie Vegetarier oder verschiedene religiös motivierte Essgewohnheiten.» Normalerweise schon, für das GIBZ heute jedoch nicht. Dafür essen die Zuger Lehrlinge für einmal kostenlos.

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