ZUG: Armeechef Rebord: «Nur Malta und der Vatikan geben weniger Geld aus»

Armeechef Philippe Rebord hat an der Generalversammlung der Offiziersgesellschaft Zug referiert. Er zeigte bei dieser Gelegenheit auf, wie er die Weiterentwicklung der Armee schaffen will und was er dafür zur Unterstützung benötigt.

Charly Keiser
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Armeechef Philippe Rebord im Burgbachsaal in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (12. Januar 2017))

Armeechef Philippe Rebord im Burgbachsaal in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (12. Januar 2017))

Erst seit Anfang Jahr ist Philippe Rebord Chef der Schweizer Armee, und schon hat er der Offiziersgesellschaft des Kantons Zug (OGZ) seine Aufwartung gemacht. Dies als Referent an der 173. OGZ-Generalversammlung von letzter Woche, die in diesem Jahr im Burgbachkeller durchgeführt wurde.

Es sei sein erster Auftritt als Armeechef bei einer Offiziersgesellschaft, begann der Walliser. Er sei nur als Umsetzer für die Weiterentwicklung der Armee (WEA) als deren Chef zur Verfügung gestanden. «Hätte die Politik einen Armeeumsteller gesucht, wäre ich als Armeechef nicht zur Verfügung gestanden», erklärte er.

«Mehr Einbürgerungen gleich mehr Soldaten»

Rebord zählte die drei für ihn wichtigsten Punkte auf, die bei und mit der Weiterentwicklung der Armee «dringendst» umgesetzt und gelöst werden müssten. Von allergrösster Wichtigkeit sei erstens die Alimentierung der Armee. Da sei es wichtig, dass der Zivilschutz wieder ausschliesslich als Ersatzdienst für die Leute da sei, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten wollten. «Es darf nicht der blaue Weg sein, um sich vor dem Militärdienst zu drücken.» Rebord rechnete vor, dass die Zahl der Untauglichen seit langem konstant sei und dass es zusätzlich eine «einfache Lösung» gebe. «Mehr Einbürgerungen gleich mehr Soldaten.»

Mit dem Ja zur WEA sei der Entscheid gefallen, und gute Demokraten würden nun – wenn auch gegen ihren ursprünglichen Willen – am gleichen Strang mitziehen. «Wir sind verpflichtet, die WEA zu erfüllen, sonst kracht die Schweizer Armee in sich zusammen», warnte Rebord. Gegen Ende 2025 habe die Schweiz zudem keine Luftwaffe mehr, wenn die Nutzungsverlängerung der F/A-18-Jets von 5000 auf 6000 Flugstunden abgelehnt werde. Die Nutzungsverlängerung führe zu Investitionen von 500 Millionen Franken, die aber nötig seien. Es sei evident, dass die Vollausrüstung der 20 Bataillone zügig an die Hand genommen werde, damit die Armee mit ihrem Soll-Bestand von 100 000 Soldaten beziehungsweise dem Effektivbestand von 140 000 Soldaten einsatzbereit und schlagfertig sei.

«In Europa geben nur Malta und der Vatikan weniger Geld für die Armee aus als die Schweiz», sagte Rebord mit Blick auf die für ihn dringend benötigten jährlichen Mittel für die Armee. Er schloss seine Rede an die Zuger Offiziere mit der Bitte: «Für die Umsetzung der WEA brauche ich Ihre Unterstützung und danke Ihnen dafür.»

Mit Beat Villiger, Heinz Tännler, Stephan Schleiss und Martin Pfister war eine Mehrheit des Zuger Regierungsrats zugegen, was Stefan Hollenstein, Präsident des Schweizerischen Offiziersverband, so kommentierte: «Ich bin von Ihrer Präsenz beeindruckt.»

Charly Keiser

 

charly.keiser@zugerzeitung.ch