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ZUG: Asylsuchende leben neben Schülern

Die Nachbarschaft des ehemaligen Kantonsspitals richtet sich auf die neue Asylunterkunft ein. Die Emotionen sind inzwischen abgeflaut.
Zoe Gwerder
Im Nordtrakt des ehemaligen Kantonsspitals (im Bild) sind sowohl die Sonderschule Horbach als auch die Durchgangsstation Zug untergebracht. (Bild Stefan Kaiser)

Im Nordtrakt des ehemaligen Kantonsspitals (im Bild) sind sowohl die Sonderschule Horbach als auch die Durchgangsstation Zug untergebracht. (Bild Stefan Kaiser)

Zoe Gwerder

Total 240 Asylsuchende könnten demnächst auf dem Areal des alten Kantonsspitals leben. Grund ist die neue Durchgangsstation, die zusätzlich zur bisherigen Kollektivunterkunft in diesen Tagen den Betrieb aufnimmt (Ausgabe vom Dienstag). Betroffen von diesem Neuzugang ist vor allem die Sonderschule Horbach. Diese ist im selben Bau untergebracht wie die neue Durchgangsstation – nur die Eingänge liegen etwas auseinander. Die Dachterrasse verbindet die beiden Gebäudehälften. Entsprechend gemischte Gefühle hatte die Geschäftsleitung, als sie im Januar von der Unterkunft für bis zu 80 Asylsuchende erfuhr. Er habe schon etwas leer geschluckt, als er durch die Medien über das Projekt informiert worden sei, gesteht Geschäftsführer Thilo Behrendt. Nachdem die Schule jedoch beim Kanton vorstellig geworden sei, habe dieser gehandelt, sagt Behrendt: «Es gab Sitzungen, wir liefen gemeinsam das Areal ab und konnten Einwände und Ideen einbringen.» Dabei wurde auch beschlossen, die verbindende Dachterrasse abzutrennen. Zudem habe der Kanton zuge­sichert, dass auf dem betroffenen Stockwerk Frauen oder Familien untergebracht werden, sagt Behrendt. Zusätzlich zeigt er sich beruhigt, dass das sogenannte Erstaufnahmezentrum rund um die Uhr betreut wird. «So haben wir eine direkte Ansprechperson, wenn mal etwas ist.»

Starthilfe für das Leben in Zug

In der kantonalen Durchgangsstation werden Asylbewerber untergebracht, die frisch in der Schweiz sind. In diesen Erstaufnahmezentren sollen die Personen mit den schweizerischen Lebensverhältnissen vertraut gemacht werden, wie es in der entsprechenden Verordnung heisst. Zusätzlich werden sie auf eine selbstständige Lebensführung vorbereitet, schreibt der Kanton. In der Durchgangsstation bleiben sie bis zu einem Jahr.

Freies Wohnen im zweiten Schritt

In der Kollektivunterkunft hingegen wohnen Asylsuchende, die die Durchgangsstation bereits durchlaufen haben. Sie können sich frei bewegen, mit Ausnahme einiger Regeln. Mit diesen Asylsuchenden aus der Kollektivunterkunft hat sich die Sonderschule Horbach gut arrangiert. Diese Unterkunft liegt jedoch auch deutlich weiter entfernt auf dem Areal, als dies nun bei der Durchgangsstation der Fall ist.

Anwohner arrangieren sich

Auch in der Umgebung haben sich die Bewohner an die Nachbarschaft zu den Asylunterkünften gewöhnt. So schätzt Rudolf Boschung, Vorstandsmitglied vom Verein Nachbarschaft St. Michael, die Lage ein. Beim ehemaligen Altersheim Waldheim, wo nun auch Asylsuchende leben, habe das Quartier gute Erfahrungen im Umgang mit den Behörden gemacht, sagt Boschung. Deshalb sei auch die Ankündigung der Durchgangsstation beim alten Kantonsspital ohne Aufschrei geblieben. «Im Grunde hat man sich hier an die Leute gewöhnt, auch wenn ich persönlich mit der Asylpolitik nicht immer einverstanden bin», sagt Boschung. Er würde jedoch eine Informationsveranstaltung des Kantons für die betroffenen Anwohner begrüssen.

Polizei hat Präsenz erhöht

Auch die Zuger Polizei bestätigt, dass es in den vergangenen Monaten in Zusammenhang mit der Asylunterkunft keine besonderen Vorkommnisse gegeben habe. Trotzdem hätte sie die Präsenz im Gebiet verstärkt, sagt Mediensprecherin Judith Aklin. «Uns ist bekannt, dass die Asylbewerber in der Bevölkerung für Verunsicherung sorgen – insbesondere grössere Männergruppen.» Deshalb seien uniformierte Patrouillen, aber auch solche in Zivil regelmässig für Kontrollgänge in der Umgebung des alten Kantonsspitals im Einsatz.

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