ZUG: «Auf Dauer ist das belastend»

Junge Parlamentarier überlegen sich zwei Mal, ob sie erneut kandidieren – weil die Politik oft nur schwer mit ihrem Leben vereinbar ist.

Samantha Taylor
Drucken
Teilen
Blick in den Saal des Grossen Gemeinderates. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)

Blick in den Saal des Grossen Gemeinderates. (Bild: Stefan Keiser / Neue ZZ)

Gleich vier bisherige Mitglieder der FDP-Fraktion des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug treten bei den Wahlen im Herbst nicht mehr an. Sandra Barmettler, Barbara Hotz, Martin Kühn und Adrian Moos hängen ihr Amt an den Nagel. Auffällig dabei: Es sind mehrheitlich die jüngeren Fraktionsmitglieder zwischen 30 und 45 Jahren, die sich nicht mehr zur Verfügung stellen wollen. Und das ist kein neues Phänomen. Bereits während der Legislatur traten mehrere Räte von ihrem Amt im Grossen Gemeinderat zurück. Auch dort waren vier jüngere Parlamentarier dabei, die der Politik den Rücken gekehrt haben.

Ist Politik nicht vereinbar mit Beruf und Familie? «Teilweise Ja», findet GLP-Kantonsrat Ivo Hunn (Baar). Auch er – Vater von zwei kleinen Kindern – will im Herbst nicht mehr antreten. «Der Kantonsrat alleine, das wäre machbar.» Hinzu kämen aber zahlreiche Nebenaufgaben beispielsweise im Parteivorstand. Für Ivo Hunn liegt das Problem ganz grundsätzlich im politischen System. «Ein Milizparlament ist heute einfach nicht mehr zeitgemäss. Das sieht man auch bei komplizierten Geschäften im Kantonsrat.»

Nicht am System rütteln will Anna Bieri. Die 29-Jährige sitzt für die CVP Hünenberg im Kantonsrat. Auch sie weiss, dass es nicht immer einfach ist, alles unter einen Hut zu bringen. «Ein solches Amt bringt viel Aufwand mit sich.» Aus Bieris Sicht ist die Zeit, die man reinsteckt jedoch gut investiert.