ZUG: Auf dem Arena-Platz bleibt es ruhig

Das Open Air, das ein Komitee dieses Jahr auf die Beine stellen wollte, findet nicht statt. Grund ist ein Vertrag zwischen der Stadt und der Credit Suisse.

Samantha Taylor
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Sie erweckten den Arena-Platz im vergangenen Sommer zum Leben: Die Band Lo und Leduc, die im Rahmen der Streethockey-Weltmeisterschaft auftrat. (Archivbild Christian Herbert Hildebrand)

Sie erweckten den Arena-Platz im vergangenen Sommer zum Leben: Die Band Lo und Leduc, die im Rahmen der Streethockey-Weltmeisterschaft auftrat. (Archivbild Christian Herbert Hildebrand)

Konzerte, Festbetrieb und jede Menge Besucher: Die Streethockey-Weltmeisterschaft, die im vergangenen Juni in Zug durchgeführt wurde, war eine erfolgreiche Feuertaufe für den Zuger Arena-Platz. So erfolgreich, dass sich im Nachgang an das Volksfest bereits ein neues Organisationskomitee gebildet hat, das die Bespielung des Platzes weiter vorantreiben will. Richard Rüegg, CVP-Gemeinderat der Stadt Zug und Vorstandsmitglied des Quartiervereins Zug West, hatte einiges vor. Ein Open-Air-Festival wollte er dieses Jahr auf dem Arena-Platz auf die Beine stellen.

Doch daraus wird nun nichts. Richard Rüegg und seine beiden Kollegen, die feste Mitglieder des Organisationskomitees sind, haben das Vorhaben vertagt. Grund dafür ist der Vertrag, der zwischen der Stadt und der Credit Suisse, die Eigentümerin des benachbarten Uptown ist, gilt. Konkret geht es um einen Passus. Denn in dem Papier ist festgehalten, dass der Betrieb von Musikanlagen im Freien zwischen 22 und 7 Uhr untersagt ist. «Wir haben bereits das Bewilligungsverfahren eingeleitet und den Platz für den Frühsommer reserviert», sagt Richard Rüegg. Dann hätten sie festgestellt, dass der Platz nur beschränkt nutzbar sei. «Es lohnt sich natürlich für uns nicht, hier Konzerte zu organisieren, wenn wir um 22 Uhr die Musik abdrehen müssen. Ein Konzert beginnt in der Regel um 20 Uhr. Das Zeitfenster ist damit also zu klein», so Rüegg weiter. Der CVP-Gemeinderat bedauert die Einschränkung. «Wir wollten eigentlich ein ziemlich abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen, das verschiedenste Leute anspricht. Unter anderem war auch ein klassisches Konzert vorgesehen.»

Stadt ist offen für Lösungen

Das Komitee suchte daraufhin das Gespräch mit der Stadt. «Wir wollten grundsätzlich wissen, was möglich ist, und der zuständige Stadtrat hat uns mitgeteilt, dass er das Gespräch mit der Credit Suisse suchen werde», führt ­Rüegg aus und betont: «Wir können nicht nachvollziehen, warum sich die Stadt auf einen solchen Knebelvertrag eingelassen hat. Die Nutzung des Platzes wird damit dermassen eingeschränkt.» Es sei unter diesen Umständen sehr schwierig, ihn zu beleben, kritisiert Rüegg.

Seitens der Stadt betont man, dass Veranstaltungen aufgrund des Vertrages zwar grundsätzlich nur bis 22 Uhr dauern dürfen. «Allerdings können wir Ausnahmen bewilligen, wie beispielsweise im letzten Sommer bei der Streethockey-Weltmeisterschaft. Da dauerten die Konzerte ja teils bis 23.30 Uhr», sagt Urs Raschle, Vorsteher des Departements für Soziales, Umwelt und Sicherheit. Die Stadt sei also durchaus offen, Lösungen zu suchen und anzubieten, sofern eine konkrete Anfrage vorliege. «Im Fall des Open Air gab es verschiedene Ideen. Wir haben jeweils gesagt, dass wir dann handeln können, wenn eine konkrete Anfrage, sprich Programm, Band und weiteres, vorliegt.» Diese Informationen hätte die Stadt aber nicht erhalten. «Wir haben dann einfach erfahren, dass die Veranstaltung nicht durchgeführt wird», so Raschle weiter.

Aufgeschoben nicht aufgehoben

Richard Rüegg gibt sich mit dieser Antwort jedoch nicht ganz zufrieden. «Natürlich ist es möglich, dass man Ausnahmen bewilligt.» Die Frage sei allerdings, wie lange das so gehe. Rüegg befürchtet nämlich, dass die CS irgendwann den «Riegel schiebt». «Ich kann mir gut vorstellen, dass es schwierig werden könnte, wenn regelmässig Veranstaltungen auf dem Platz stattfinden sollen», schätzt Rüegg. Darum hofft er darauf, dass die Stadt mit ihrer Vertragspartnerin eine Vereinbarung trifft, die etwas Spielraum lässt. «Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass es eine gewisse Anzahl Veranstaltungen pro Jahr geben darf, die eine Art Verlängerung erhalten.» Für Rüegg ist darum die Sache mit dem Open Air noch nicht vom Tisch. «Wir haben das Projekt einfach aufgeschoben. Unser Plan ist, dass wir es im Sommer 2017 realisieren.» Allerdings hoffe er, dass bis dahin die Nutzungsbedingungen geklärt «und etwas veranstalterfreundlicher» seien.

Samantha Taylor