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ZUG: «Aufgrund eines Gelübdes»

Votivtafeln erzählen vom katholischen Glauben an Wundertätigkeit. Dieser war im 18. und 19. Jahrhundert besonders ausgeprägt. Eine eindrückliche Sammlung solcher Ex-voto-Tafeln finden wir in der Verenakapelle oberhalb von Zug.
Andreas Faessler
Zahlreiche Votivtafeln in der St.-Verena-Kapelle zeugen von der ausgeprägten katholischen Volksfrömmigkeit im 18. und 19. Jahrhundert. Die Bilder sind hauptsächlich für Erhörungen durch die heilige Verena gestiftet worden.

Zahlreiche Votivtafeln in der St.-Verena-Kapelle zeugen von der ausgeprägten katholischen Volksfrömmigkeit im 18. und 19. Jahrhundert. Die Bilder sind hauptsächlich für Erhörungen durch die heilige Verena gestiftet worden.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

In vielen katholischen Kirchen und Kapellen finden wir so genannte Votivgaben. Es handelt sich dabei generell um kleine oder auch grössere Gaben als Dank für eine Erhörung oder Errettung – man kann sie als eine Art Opfergabe betrachten. Die populärste Art solcher Darbringungen sind Tafeln. Insbesondere in Wallfahrtskirchen oder -kapellen sowie in Gotteshäusern, welche als wundertätig geltenden Heiligen geweiht sind, trifft man auf grössere bis sehr grosse Votivschätze. Eine der wohl eindrucksvollsten An­sammlungen derartiger Dankesgaben in der Schweiz birgt etwa das Kloster Mariastein im Kanton Solothurn. Tausende von Tafeln verkleiden die Wände von der Klosterkirche bis zur Felsengrotte mit dem Gnadenbild.

Ein besonders schönesBeispiel eines Votivschatzes im Kanton Zug ist in der Verenakapelle oberhalb der Stadt Zug anzutreffen. An den rückseitigen Wänden der beiden Seitenschiffe/-kapellen hängen zahlreiche Votivtafeln, vornehmlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Hinter jeder einzelnen von ihnen steht ein Ereignis, welches der Stifter oder die Stifterin der hl. Verena zugeschrieben hat. Viele der bemalten Tafeln zeigen die Patronin der Armen und Notleidenden mit ihrem Hauptattribut, dem Krug. Manche Tafeln sind lediglich mit «ex voto» und einer Jahreszahl beschriftet. Ex voto bedeutet etwa soviel wie «aufgrund eines Gelübdes». Man hat also gelobt, zum Dank für ein wundersames Ereignis diese Gabe darzubringen. Auf einigen der Tafeln ist zu lesen, warum sie gestiftet worden sind: Da wurde jemand durch die hl. Verena von Halsschmerzen befreit, eine andere Person ist dank ihr das Kopfweh losgeworden. Auch für das Überleben von Unfällen glaubte man die Heilige verantwortlich. Heilung von Krankheit oder ­Rettung aus einer lebensbedroh­lichen Notsituation sind die häufigsten Vorkommnisse, für die man dankt. Einige der Votivtafeln sind auch der Madonna von Einsiedeln geweiht. Gelegentlich finden sich beide Heiligen auf einer Tafel vereint.

Häufig haben sich die Stifter auch die Mühe genommen, das betreffende Ereignis bildlich darzustellen – der Grossteil der Tafeln und Bilder ist von sichtlich dilettan­tischer Hand gemalt. Die Sammlung in der linken Seiten­kapelle weist allerdings auch einige stattliche und aufwendig gefertigte Votivtafeln auf. Der künstlerische Aspekt ist hier aber freilich weniger relevant als der kulturhistorische. Votivtafeln sind wertvolle Zeugen der Volksfrömmigkeit von anno dazumal. Der Brauch, Dankes­tafeln zu stiften, ist in katholischen Regionen auch heute noch verbreitet. War die Art der Ex-voto-Tafeln hauptsächlich im 17., 18. und 19. Jahrhundert gebräuchlich, als der Glaube an Wunder besonders gross war, so sind es seit neuerer Zeit bis heute zumeist Platten aus Marmor oder Granit, auf denen Dank und Widmung eingraviert sind.

Hinweis

Mit «Hingeschaut» gehen wir Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach. Frühere Beiträge finden Sie online unter www.zugerzeitung.ch/hingeschaut.

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