ZUG: Aus Deutschland in Lederhosen zur Taufe nach Zug

Vier Deutsche sind am Montagmorgen extra nach Zug gefahren, um einen Baum zu taufen. Gross war die Überraschung, als sie den Sortennamen des Kirschbaumes erfuhren.

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Josef Strickler (rechts) erläutert Markus Limacher (links) und Markus Müller die Herkunft des Kirschbaums. (Bild: Charly Keiser (Zug, 22. Mai 2017))

Josef Strickler (rechts) erläutert Markus Limacher (links) und Markus Müller die Herkunft des Kirschbaums. (Bild: Charly Keiser (Zug, 22. Mai 2017))

Markus Müller ist am Montagmorgen um 6.30 Uhr mit Rebecca Soltau, Arnold Lang und Gattin Petra im deutschen Heidelberg losgefahren. Dies darum so früh, um rechtzeitig um 12 Uhr auf dem Blasenberg in Zug bei der Taufe seines Kirschbaumes zu sein.

Müller ist seit gestern Götti eines landschaftstypischen Hochstamm-Kirschbaums. Mit einem Betrag von 825 Franken verteilt auf zehn Jahre unterstützt er damit die Aktion «1000 Kirschbäume für Zug» von der IG Zugerchriesi (siehe Hinweis unten).

Angetan vom Blasenberg

Doch wie kommt ein Deutscher dazu, sich für Zuger Kirschbäume einzusetzen? «Ich habe Gabriel Galliker von der Destillerie Etter an der Provin in Düsseldorf kennen gelernt. Es folgte eine Einladung nach Zug im vergangenen Januar und ein dreitägiger Aufenthalt mit dem Besuch bei Etter und Söhne AG, der Brauerei Baar sowie einem Nachtessen im Restaurant Blasenberg.»

Gabriel habe ihm von der Aktion «1000 Kirschbäume für Zug» erzählt, sagt Müller. Und nach dem Kapaun-Schmaus auf dem Blasenberg habe er zu ihm gesagt: «Ich übernehme gerne eine Kirschbaum-Patenschaft unter drei Bedingungen: Es muss ein Kirschbaum mit Brennkirschen sein, der zweitens auf dem Blasenberg steht und dessen Kirschen bei Etter gebrannt werden. Letzteres in der Hoffnung, dass ein Teil der Kirschen letztlich als Brand und damit als Endprodukt bei uns im Wirtshaus zum Seppl in Heidelberg landet.»

Liebe bei der ersten Degustation

Er habe früher kaum Kirsch, sondern die üblichen Obstbrände der Birnen, Äpfel, Pflaumen und Quitten getrunken, bekennt Müller und sagt: «Kirsch hatte ich nicht auf der Uhr, und erst nach der Degustation bei Etter habe ich meine grosse Liebe zum Kirsch entdeckt.»

Der 35-Jährige ist Leiter des Wirtshauses zum Seppl, wo jährlich Abertausende Zwei-Zentiliter-Fläschchen mit Zugerkirsch den Besitzer wechseln. Umso einfacher fiel ihm darum am Montag die Wahl seines Baumes, wie er mit einem Schmunzeln kommentierte. Er konnte nämlich zwischen zwei von Josef Strickler frisch gepflanzten Kirschbäumchen auswählen. Müller strahlte, als er das Etikett «Prunus avium Dollenseppler» las. Er gratulierte Blasenberg-Chef Markus Limacher, der die Bäume ausgesucht und «seinem Baum» einen Platz gegeben hat.

 

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch.ch

Hinweis

Alle Infos zu «1000 Kirschbäume für Zug» unter: ww<i>w.zugerchriesi.ch/schnapsidee/1000kirschbaeumefuerzug-konzept.pdf</i>