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ZUG: Aus welcher Zeit und – wie viel wert?

Das Museum Burg Zug veranstaltete den ersten Bestimmungstag für Funde, Erbstücke und sonstige alte Dinge. Wie Experten die Stücke unter die Lupe nahmen, war oft ein richtiges Detektivspiel.
Archäologin Eva Roth (links) begutachtet den Bierkrug des Ehepaars Külling aus Unterägeri. (Bild: Patrick Hürlimann (Burg Zug, 24. Juni 2017))

Archäologin Eva Roth (links) begutachtet den Bierkrug des Ehepaars Külling aus Unterägeri. (Bild: Patrick Hürlimann (Burg Zug, 24. Juni 2017))

Diesen Ansturm hatten Museumsdirektor Marco Sigg und sein Team am Samstag nicht erwartet: Um 14 Uhr bildeten sich bereits lange Schlangen vorwiegend älterer Menschen mit Taschen und Paketen unter den Armen vor den Tischen, an denen im grossen Kellerraum der Burg Zug verschiedene mit Geschichte und Vergangenheit vertraute Experten Platz genommen hatten. Kleinod oder Trödelkram? Das war einen Nachmittag lang die faszinierende Frage. Die Besucher durften einer nach dem anderen ihre Schätze auspacken und erhielten kostenlos Rat und Auskunft in folgenden Bereichen: Bücher, Archivalien und Fotografien; Archäologie; Alltagskultur; Porzellan, Gold- und Silberschmiedehandwerk, Glas und Möbel; Münzen und Medaillen; Gemälde.

So präsentierte zum Beispiel das Ehepaar Külling aus Unterägeri der Archäologin Eva Roth einen riesigen bayerischen Bierhumpen. «Wo und für wie viel können wir das anbieten?», lautete ihre Frage. Die Expertin schätzte die «höchst qualitätsvolle Arbeit» aus Steinzeug, mit den Figuren von sieben Kurfürsten geschmückt, als Prunkstück des Historismus Mitte des 19. Jahrhunderts ein und vermutete ­einen vierstelligen Preis, warnte aber, dass der Humpen wohl nicht leicht zu verkaufen sei, da die Nachfrage vor allem unter jungen Leuten sich sehr in Grenzen halte.

Am Stand für Drucksachen holte Archivarin Sylvia Van Mullem aus einer roten, mit Goldbuchstaben beschrifteten Schachtel 24 Landkarten heraus, deren Topografie reliefartig aufgestanzt ist. Alle Gebirge des Erdballs lassen sich mit dem Finger ertasten. Erika Bühlmann aus Neuheim wollte wissen, ob dieser «Plastische Schulatlas von G. Woldermann», mit dem ihr Vater Geografie gelernt hatte, wirklich alt und wertvoll sei. Das Internet gab rasch Auskunft: 1879 hergestellt, war der Atlas als Lehrmittel ein Massenartikel, also wohl kaum von hohem Geldwert.

Fälschung oder Original?

Spannend wurde es bei der Restauratorin Martina Müller, als ein Ehepaar ihr ein Gemälde aus dem Jahre 1872 vorlegte. Nach kurzer Betrachtung durch ihre dicke Lupenbrille sagte sie: «Mit dem stimmt etwas nicht!» Eine Fälschung oder ein Original in schlechtem Zustand? «So etwas macht mich sofort neugierig», erklärte sie, meinte aber auch, dass erst eine detaillierte Diagnose unter dem Mikroskop Aufschluss darüber brächte.

Das Museum Burg Zug hatte 50 Besucher erwartet – es kamen mehr als hundert! Aufgrund dieses regen Publikumszuspruches, des spürbaren Interesses an «Altem», vor allem bei der pensionierten Generation, wird der Bestimmungstag einmal jährlich wiederholt werden. Zukünftig auch in Zusammenarbeit mit einem Auktionshaus, das speziell zuständig sein soll für die monetäre Schätzung der Gegenstände.

Dorotea M. Bitterli

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis: Infos unter:<i style="font-size: 1em;">www. burgzug.ch</i>

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