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ZUG: Barrierefreies Baden für Menschen mit Behinderung

Erstmals ermöglichen zwei Zuger Badeanstalten Menschen mit körperlicher Einschränkung den Gang ins Wasser – dies mit neuen Spezialinstallationen.
Amanda Amstad
Ein Segen für Menschen mit Behinderung: der neue Badelift in der Badi Hirsgarten in Cham. (Bild Stefan Kaiser)

Ein Segen für Menschen mit Behinderung: der neue Badelift in der Badi Hirsgarten in Cham. (Bild Stefan Kaiser)

Im Alltag von Menschen, die mit einer körperlichen Behinderung leben, gibt es viele Hindernisse zu bewältigen. Dies auch im Sommer, wenn das Thermometer in die Höhe klettert und das Verlangen nach einer Abkühlung im Wasser besteht. Der Gang in die Badeanstalt wird für diese Menschen oft zu einer besonderen Herausforderung.

Im Rahmen des Umbaus der Badi Hirsgarten in Cham wurde als Folge einer Initiative die Einrichtung für einen vereinfachten Seezugang installiert. «Zwei Chamer Rollstuhlfahrerinnen setzten sich dafür ein, dass in der Badi ein Badelift installiert wird», sagt Manuela Leemann, Mitglied der Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderung Zug (AMBZ). Der Antrag wurde bearbeitet und von der Gemeinde Cham letzte Saison umgesetzt. Nun steht der Badelift in der Badi Hirsgarten jederzeit zur Verfügung. Mit der Vorrichtung können mobilitätseingeschränkte Personen auf einen Sitz transferiert und in den See hinabgelassen werden. Auch das problemlose Verlassen des Sees ist dank dem Lift möglich. Zudem befinden sich bei der Badi auch Rollstuhlparkplätze. Das enge, aber rollstuhlgängige WC erleichtert ebenfalls den Badibesuch.

Der Strandrollstuhl

Diese behindertengerechte Einrichtung in der Chamer Badi war der Anfang für die Umsetzung weiterer Projekte dieser Art in den Zuger Badeanstalten. «Die AMBZ hat daraufhin beschlossen, sich dafür einzusetzen, dass es auch in der Stadt Zug eine solche Badeerleichterung für Personen mit einer Behinderung gibt», so Leemann. Im Juni 2016 wurde das zweite Projekt, der Strandrollstuhl im Strandbad Zug, verwirklicht. Die Kosten wurden vom Sportamt der Stadt Zug übernommen und im Budget für das Jahr 2016 einberechnet. Gemäss AMBZ soll die betroffene Person mit dem Rollstuhl über eine Rampe in den See fahren können. Sobald sich der Rollstuhl vollständig im See befinde, könne man den Stuhl verlassen und losschwimmen. Auf demselben Weg sei auch das Verlassen des Wassers möglich. Zusätzlich zum Rollstuhl, der kostenlos beim Bademeister verlangt werden kann, bietet das Strandbad Rollstuhlparkplätze und ein Rollstuhl-WC an.

«Die Umsetzung ist ein langer und mühsamer Weg.» Manuela Leemann, AMBZ. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ (Archiv))

«Die Umsetzung ist ein langer und mühsamer Weg.» Manuela Leemann, AMBZ. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ (Archiv))


Die natürliche Abkühlung

Manuela Leemann erklärt, dass Bademöglichkeiten für Personen mit einer Behinderung wichtig seien. «Der Gang ins Wasser hilft als natürliche Abkühlung an heissen Tagen für Personen, die durch ihre Behinderung oder Krankheit nicht mehr schwitzen können. Dies trifft vor allem für Menschen mit multipler Sklerose zu, die unter einer chronisch entzündlichen Erkrankung des Nervensystems leiden, oder auf Menschen mit einer Querschnittlähmung.»

Die Umsetzung dieser behindertengerechten Bademöglichkeiten im Zugersee sei jedoch ein langer und mühsamer Weg, erklärt Leemann weiter. «Der Zugang in den See ist nur eine von vielen Schwierigkeiten, die überwunden werden müssen. In den Badeanstalten fehlt es auch an Umziehmöglichkeiten, Rollstuhltoiletten oder guten Liegemöglichkeiten», führt Leemann an. Aus diesem Grund verfolgt die AMBZ ein klare Vision: «Eine komplett barrierefreie Badeeinrichtung ist das Ziel, sodass das Baden im See auch für Menschen mit einer Behinderung soweit möglichst hindernisfrei erfolgen kann.» Lobend zu erwähnen bezüglich Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung ist auch das Schwimmbad Lättich in Baar. Dieses ist rollstuhlgängig und zudem behindertengerecht ausgestattet. Neben einem Rollstuhlparkplatz gibt es einen mobilen Poollift auf Anfrage. Auch vorhanden sind Umkleidekabinen mit Liegen sowie Duschen mit Duschrollstuhl. Auch die Sanitäranlagen sind genügend gross und behindertengerecht eingerichtet.

Es bleibt jedoch das Fazit, dass bis auf die genannten Anstalten die wenigsten Zuger Bäder barrierefrei eingerichtet sind.

Amanda Amstad

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