ZUG: Beat Villiger begrüsst Zürcher Ja zum Hooligan-Konkordat

Zürich sendet ein klares Signal an die Hooligans. Für die Zuger Konkordats-Gegner ist das jedoch kein Grund, ihr Nein zu überdenken.

Freddy Trütsch
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Der sehr hohe Ja-Stimmenanteil von 85 Prozent der Zürcher zum Beitritt zum Hooligan-Konkordat hat die Zuger Gegner überrascht, obwohl man ein Ja habe erwarten müssen. Die Alternative Esther Haas bedauert aber mit Blick auf Zug und die anderen Kantone, dass kein besseres Resultat möglich gewesen sei. Beni Riedi, SVP-Kantonsrat, meint: «Es zeigt, dass wir im Kanton Zug die Diskussion betreffend staatlichen Eingriff in die Freizeit der Sportfans nicht scheuen dürfen.» Es sei wichtig, dass die Gegner den Stimmbürgern aufzeigten, «dass wir im die Problematik mit gewaltbereiten Fans auch ohne staatliche Bevormundung im Griff haben.»

Villiger ist erfreut

Regierungsrat Beat Villiger nimmt das klare Resultat hingegen erfreut zur Kenntnis. «Die Gewalt in und um Sportstadien darf nicht als gesellschaftliche Tatsache hingenommen werden.» Die Zürcher hätten verstanden, dass es die strengeren Massnahmen brauch». «Die Zürcher Behörden erhalten nun die Mittel dazu, friedliche Fussball- und Eishockeyspiele zu gewährleisten.»

Kein Einfluss auf Zug

Beni Riedi, Esther Haas wie auch SP-Parteipräsidentin Barbara Gysel glauben, dass das Zürcher Resultat «keinen Einfluss auf die Abstimmung in Zug hat». Und Gysel hofft, dass die Stimmbürger zwischen Zug und Zürich unterscheiden können. Riedi ergänzt: Zug sei ein vorzeige Beispiel im Umgang mit Gewalttäter. «Unser Kanton bekam die Problematik ohne staatliche Bevormundung aller Sportfans in den Griff.»

Für Beat Villiger sind die 300 000 Ja-Stimmen hingegen ein unmissverständliches Signal an die anderen Kantone: «Wir sind auf dem richtigen Weg.» Wo vor letztem Sonntag noch Zweifel bestanden hätten, seien sie jetzt nach diesem klaren Verdikt hoffentlich ausgeräumt. Im Kanton Zug wird im September über den Beitritt zum Hooligan-Konkordat an der Urne entschieden. Der Kantonsrat hat dem Beitritt mit 38 Ja zu 33 Nein zugestimmt.