ZUG: Behörden lassen Rentnerin nicht ausreisen

Die Söhne wollten ihre Mutter zur Pflege nach Spanien verlegen. Die Zuger Behörden stoppten das Vorhaben.

Thomas Heer
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Seit rund vier Jahren ist die heute 90-Jährige in einem Pflegeheim im Kanton Zug, doch die Behörden wollen sie nicht ausreisen lassen. Im Bild: Zwei Frauen im Pflegeheim Chlösterli in Unterägeri. (Bild: Archiv Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Seit rund vier Jahren ist die heute 90-Jährige in einem Pflegeheim im Kanton Zug, doch die Behörden wollen sie nicht ausreisen lassen. Im Bild: Zwei Frauen im Pflegeheim Chlösterli in Unterägeri. (Bild: Archiv Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Seit rund vier Jahren liegt die heute 90-jährige Rentnerin Ida B.* in einem Pflegeheim im Kanton Zug. Die Rentnerin ist hochgradig dement und ist auf intensive Pflege angewiesen. Das kostet pro Monat mehr als 10 000 Franken. Daran beteiligt sich die Frau mit rund 5200 Franken aus ihrem Vermögen. Gesamthaft hat Ida B* bereits zirka 200 000 Franken aus ihrem eigenen Sack für ihre Pflege aufgewendet.

Sohn Rolf ist der amtliche Beistand seiner Mutter. Zusammen mit den beiden Brüdern fasste er vor Monaten den Entschluss, seine Mutter zur Pflege nach Spanien zu verlegen. In der Nähe von Denia hat die Familie B. Verwandte, die Pflegekosten würden sich auf etwa 2000 Franken pro Monat reduzieren.

Das Vorhaben aber scheiterte. Mutter Ida verfügt nämlich über kein gültiges Reisedokument mehr. Ein solches wollten die Brüder B. beschaffen. Dabei kam es aber zu Problemen, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB schaltete sich ein. Die KESB kam zum Schluss, dass es aus ethischen und medizinischen Gründen nicht möglich sei, die Hochbetagte nach Spanien ausreisen zu lassen. Rolf B. kann den KESB-Entscheid bis heute nicht nachvollziehen.