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ZUG: Bei den Dampferfreunden klingelt die Kasse

Auf die Kündigung der Mitgliedschaft der Stadt bei den Dampferfreunden Vierwaldstättersee haben zahlreiche Zuger reagiert. Mit einer Anmeldung.
Das Dampschiff Uri auf dem Weg von Luzern nach Flüelen. (Bild Pius Amrein)

Das Dampschiff Uri auf dem Weg von Luzern nach Flüelen. (Bild Pius Amrein)

Die Kündigung ihrer Mitgliedschaft beim Verein Dampferfreunde Vierwaldstättersee hat der Stadt Zug viel Ärger beschert. Und wie sich zeigt, ist dieser noch lange nicht verflogen. Denn mehrere Leute und Gruppen haben auf diese Kündigung reagiert, und in einem Fall muss der Stadtrat nun sogar aktiv werden. Doch davon später.

Wir erinnern uns: Anfang Mai traf auf der Geschäftsstelle des Vereins Dampferfreunde Vierwaldstättersee ein Brief aus Zug mit folgenden Textpassagen ein: «Leider müssen wir in der Stadt Zug in nächster Zeit sparen und möchten deshalb die Mitgliedschaft bei Ihrem Verein kündigen. Wir danken Ihnen für die Kenntnisnahme.»

«Ein wenig relevantes Thema»

Der Stadtrat wiegelte ab und zeigte sich «erstaunt, dass diese Mitgliedschaft Thema in der Zeitung sein soll». Stadtpräsident Dolfi Müller sprach von «einem wenig relevanten Thema, das jedoch emotional sehr einfach zu bewirtschaften sei».

Ganz anders sehen das die Leute einer städtischen Abteilung: «Wir vom Werkhof haben genau 250 Franken zusammengebracht. 100 Franken für die Mitgliedschaft, die restlichen 150 Franken als Gönnerbeitrag», schreibt Werkhofmitarbeiter Franz Villiger stellvertretend für alle seine Kollegen in einem Schreiben an unsere Zeitung. Die Mitgliedschaft hätten sie bereits am Tag, als der erste Artikel zur Sache in der Zeitung erschienen sei, eingereicht, ergänzt er. «Ich schreibe das nur, damit man nicht meint, wir seien Trittbrettfahrer», betont Villiger und fügt an: «Sinn und Zweck der Sache ist, ein Zeichen zu setzen. Insbesondere von uns als städtischem Betrieb.» Die Stadt habe sich lächerlich gemacht. «Daran gibt es nichts mehr zu ändern. Aber vielleicht wird bei den Verantwortlichen künftig etwas besser nachgedacht und mit gesundem Menschenverstand entschieden.» Es sei ihnen ein Anliegen, dass die Öffentlichkeit von ihrer Aktion erfahre, ergänzt Villiger.

Viel Unmut hat die Kündigung auch bei Fernsehlegende Max Wolf ausgelöst. Der Hünenberger ist Ehrenmitglied im Verein Dampferfreunde Vierwaldstättersee, da er langjähriges Vorstandsmitglied war. «Ich schäme mich als Zuger für diese Kündigung», sagt er und ergänzt: «Ich werde trotz Ehrenmitgliedschaft dem Verein 100 Franken aus meinem Sack überweisen.»

Viele Erinnerungen

Für die Stadt «in die Bresche» springt auch die «Vater & Söhne GmbH». So schreibt das Komikerduo Remo Hegglin und Walter «Willy» Willimann in einer Medienmitteilung: «Man stelle sich den Vierwaldstättersee ohne Dampfschiffe vor. So weit wollen wir es nicht kommen lassen. Wir erinnern uns an Schulreisen und an Ausflüge, die unvergessen bleiben. Und das soll auch weiterhin so bleiben.» Sie hätten deshalb extra Rückstellungen gemacht und würden dies ebenso für kommende Jahre tun, führt das Duo weiter aus. «So können wir auch in Zukunft der Verpflichtung nachkommen, als neues Firmenmitglied der Dampferfreunde Vierwaldstättersee diese wunderbaren Dampfer, von denen sehr viele Zugerinnen und Zuger profitieren, zu unterstützen.»

«Sparbeitrag im Nanobereich»

Dicke Post bekam der Stadtrat vom illustren «Zischtigsclub», in dem unter anderen alt Gemeindepräsidenten und der Vater von Stadträtin Vroni Straub, alt Stadtschreiber Albert Müller, sitzen. «Wir sind eine kleine Gruppe begeisterter Einwohner der Stadt Zug», schreiben sie. Seit Jahrzehnten seien sie permanent ansässig und strafrechtlich unauffällig, mit sich im Nebel früherer Jahrhunderte verflüchtigendem Migrationshintergrund. «Die Streichung des bisherigen Jahresbeitrages an den Verein Dampferfreunde Vierwaldstättersee mag ein Sparbeitrag im Nanobereich bedeuten, tangiert aber den Ruf der Stadt Zug im Makrobereich.» Sie hätten deshalb beschlossen, für den fälligen Jahresbeitrag aufzukommen, indem sie unter anderem auf Gipfeli beim wöchentlichen Kaffee verzichten, einige Male weniger in der Stadt Zug parkieren, durch Selbstaustragen der Briefe Porto sparen, beim nächsten Durst ein Glas Bier verschmähen und von der Beschaffung des 1.-August-Abzeichens absehen würden. Ein Clubmitglied überreichte den fälligen Jahresbeitrag von 100 Franken persönlich an Dolfi Müller mit der ausdrücklichen Auflage, «dass dieser Beitrag nicht zweckentfremdet werden darf».

Charly Keiser

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