ZUG: Beitritt zu verschärftem Hooligan- Konkordat

Der Kanton will dem verschärften Hooligan-Konkordat beitreten. Der Kantonsrat hat äusserst knapp mit 38 Ja- zu 37 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung den Beitritt beschlossen. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen.

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Die Zuger Polizei begleitet eine Gruppe ZSC Fans vom Bahnhof zur Bossard Arena. (Bild: Stefan Kasier/Neue ZZ)

Die Zuger Polizei begleitet eine Gruppe ZSC Fans vom Bahnhof zur Bossard Arena. (Bild: Stefan Kasier/Neue ZZ)

Anders als in anderen Kantonen gibt es im Kanton Zug zum Konkordats-Beitritt eine zweite Lesung. Diese findet am 21. März statt. Dann kann es nicht nur zu einem anderen Stimmenverhältnis kommen, es ist auch möglich, dass das Behördenreferendum ergriffen wird. Inhaltlich kann aber auch der Kanton Zug nichts an der Vorlage ändern.

Gegen das verschärfte Konkordat stimmten AL - die Grünen, die SP und die SVP, obwohl ihre Mutterpartei für eine Verschärfung einsteht. Die FDP war gespalten und sogar die CVP war sich nicht einig, obwohl es mit Beat Villiger ihr eigener Regierungsrat war, der die Vorlage im Namen der Regierung vertrat. Geschlossen dafür stimmten nur die Grünliberalen, die aus zwei Personen besteht.

Viele Gegner von links bis rechts betonten während der Debatte, dass der Kanton Zug in Zusammenarbeit mit dem EV Zug ein gutes Beispiel dafür sei, wie man ohne Bevormundung Probleme mit Fans in den Griff bekommen könne. In der Bossard-Arena werden seit längerem die Ausweise der Gäste-Fans kontrolliert.

Referendum und Klagen gegen den Beitritt

Zug ist nicht der einzige Kanton, in dem das Regelwerk umstritten ist. In Zürich wurde das Referendum gegen den Beitritt ergriffen, so dass nun das Volk darüber befinden muss. In Luzern, wo der Kantonsrat ebenfalls ein Ja beschloss, werden die Regeln vorläufig nicht angewendet, weil vor Bundesgericht eine Klage dagegen hängig ist.

Auch in Basel, wo das Geschäft auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde, dürfte der Entscheid äusserst knapp ausfallen. Opposition von links bis rechts gibt es auch im Baselbiet. Ohne Nachspiel beigetreten sind bis jetzt nur die Kantone Appenzell Innerrhoden, Uri und St. Gallen.

Rayonverbote und Leibesvisitationen

Die Verschärfung des Hooligan-Konkordats sieht neu eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Liga vor. Die Kantone können Auflagen bezüglich Alkoholkonsum oder Fan-Transport machen. Zudem können Rayonverbote bis zu drei Jahre verhängt werden. Umstritten sind aber vor allem die Kontrollen. Mit dem verschärften Konkordat sind bei konkretem Verdacht Leibesvisitationen unter den Kleidern möglich.

sda