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ZUG: Beschuldigte wehren sich

Die Stadt vermutet, dass Bootsführer mit ihren Ankern den Springbrunnen in der Katastrophenbucht beschädigt haben. «Zu Unrecht», sagen diese und erklären warum.
Charly Keiser
Kunstinstallation in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Neue Zuger Zeitung)PHOTO)

Kunstinstallation in Zug. (Bild: Stefan Kaiser (Neue Zuger Zeitung)PHOTO)

Charly Keiser

Der 1968 installierte Springbrunnen in der Katastrophenbucht in Zug ist einerseits ein Markenzeichen und andererseits seit Jahren immer wieder ein Ärgernis. So sprudelte er im Herbst 2010 plötzlich nicht mehr und erst seit 2012 geht der Springbrunnen wieder «seiner Arbeit nach».

Das neuste Kapitel dreht sich um Anker und wurde Mitte Mai dieses Jahres publik. «Den Boot-Rowdys droht jetzt ein teures Nachspiel», titelte die «Neue Zuger Zeitung» am 3. Juni. Dies, nachdem die Stadt behauptete, dass statt nur einem, sogar drei Bootsführer mit ihren Ankern die Verankerungen und einige Leitungen des Springbrunnens beschädigt hätten. Insgesamt drei identische Anker wurden im Schlick des Seegrunds gefunden, kommunizierte die Stadt. «Es ist unklar, woher die drei Anker stammen», gab Bauchef André Wicki Auskunft und sagte: «Ich finde es indiskutabel, dass Bootsführer beim Springbrunnen geankert haben und – nachdem sie den Anker nicht mehr lichten konnten – «einfach das Seil durchgeschnitten haben».

«Die sind nicht von Booten»

Für diese Version des Stadtrats haben Hobby- und Profifischer sowie Bootsführer nur ein Kopfschütteln übrig. Sie hätten sich mächtig genervt, als man sie als Schuldige an den Pranger gestellt habe, sagt Beat Keiser, der mit einem Segelboot Scampi 30 auf dem Zugersee unterwegs ist. «Wir haben uns im Jachtklub über die Vorwürfe unterhalten, und Profifischer Emil Speck hat uns dann aufgeklärt, wer und was tatsächlich für Schäden verantwortlich ist.»

Als er die Bilder der besagten drei Anker gesehen habe, sei ihm sofort alles klar gewesen, erzählt Emil Speck, der einen Steinwurf entfernt in der Vorstadt wohnt. «Denn das sind Anker, die von keinem Bootsführer benutzt werden. So, wie die Nylonschnur befestigt ist, macht 100 Prozent kein Fischer ein Seil an seinen Anker. Und es macht auch überhaupt keinen Sinn, neben dem Springbrunnen sein Boot zu ankern.» Es sei vielmehr Kunst, beziehungsweise die Leute, die die entsprechende Kunstinstallation angebracht oder eben nicht richtig entfernt hätten, seien für den Schaden verantwortlich, erklärt Speck. Er ruft in Erinnerung, dass zum Auftakt der Zuger Messe 2013 zehn weisse Pyramiden in der Bucht verankert worden sind, die Teil der Kunstinstallation «Sculptures de lumières et de sons» waren.

Er könne sich gut erinnern, dass es an einem der Tage starken Westwind gehabt habe und mehrere Pyramiden verwickelt gewesen seien. «Das konnte ich sehr gut sehen. Ich vermute, dass beim Abräumen die Schote der verwickelten Anker einfach nur gekappt worden und diese dann an der Verankerung des Springbrunnens hängen geblieben sind.

Ob diese Hypothese stimme oder nicht, sei schwer zu beurteilen, sagt André Wicki. «Es liegt mir fern, jemanden falsch zu beschuldigen, und das haben wir so ja auch nicht gemacht. Wir haben lediglich die Vermutungen weitergegeben.» Es gebe im Übrigen eine positive Meldung, ergänzt er: «Der Schaden ist behoben und dies erst noch viel günstiger, als wir es erwartet haben – nämlich für weniger als 5000 Franken.»

Gut möglich, dass die gefundenen drei Anker zur Kunstinstallation gehört haben. (Bild: pd)

Gut möglich, dass die gefundenen drei Anker zur Kunstinstallation gehört haben. (Bild: pd)

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